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Schenkelklopfer und Lachsalven in der „Intensivstation“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 11:30 Uhr

In doppelter Hinsicht besonders war die letzte Veranstaltung des Kunstfleckens am Sonnabendabend in der Stadthalle: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) präsentierte die Satireshow „Intensivstation“, und zugleich erlebten die Gäste des vollends ausverkauften Theaters hautnah, wie eine Fernsehshow gemacht wird.

Mit allem, was dazu gehört: Fünf Kameras bewegten sich neben der Bühne und auf dem abgedeckten Orchestergraben hin und her, Menschen mit Kabeln in den Händen und Kopfhörern auf den Ohren liefen herum, und wenn hin und wieder die Zuschauer eine Stimme aus dem Off hörten, meldete sich der Regisseur Kay Ehrich zu Wort, der vom Übertragungswagen aus Korrekturen durchgab. Oft eingreifen musste er nicht, die Vorstellung war durchweg gelungen und die Zuschauer kringelten sich vor Lachen. Messerscharfe Polit- und Boulevardsatire boten die acht Künstler, köstlich gespickt mit Blüten politischer Rhetorik in Originaltönen. Durch die Sendung führte professionell, flexibel und wortgewandt Axel Naumer, der russische Boykottäpfel im Publikum verteilte. Christian Ehring, bekannt aus „extra3“, hieb kräftig in die deutsche Kerbe der Angst vor Flüchtlingen. Für Schenkelklopfer sorgte auch Hans-Hermann Thielke, der sein Spießer-Verständnis von Nachbarschaftsnähe herrlich empört erläuterte. Als Überraschungsgast war Guido Cantz geladen, vielen bekannt aus „Verstehen Sie Spaß“. Er nahm sich Boulevardthemen vor und zerpflückte Dieter Bohlen, Andrea Berg und Karl Dall höchst amüsant und pointiert.

Hinter der Bühne beschrieb Antonia von Romatowski, die sowohl Angela Merkel als auch Ursula von der Leyen parodiert, ihr Verhältnis zur Kanzlerin lakonisch : „Sie macht mir seit elf Jahren den Brötchenkorb voll. Angela Merkel hat Arbeitsplätze versprochen – mir hat sie einen gegeben.“ Der Zuschauer Rainer Winkler aus Neumünster war beeindruckt: „Hervorragend! Es war total interessant zu sehen, wie eine Fernsehsendung entsteht. Ich fand die Wiederholungen unendlich lustig und der Moderator hat sie toll verkauft.“

Im Fernsehen ausgestrahlt wird die Sendung am Donnerstag, 2. Oktober, um 23.30 Uhr im NDR.
Die Radioübertragung lief bereits gestern um 21.05 Uhr auf NDR Info.

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