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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 17:43 Uhr

Kommunalwahl : Schaulaufen der Kandidaten

vom

Themen wie Ansiedlungen, das Hotel am Kleinflecken oder die abgespeckte Holstenköste wurden kontrovers diskutiert.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 07:58 Uhr

Neumünster | Kann es sich die Stadt leisten, einen großen Arbeitgeber wie Amazon abzulehnen? Wie stehen die Parteien zu den Hotelplänen am Kleinflecken, zum Einkaufszentrum, zum Großflecken und zur Holstenköste? Antworten gab es bei der Courier-Podiumsdiskussion im Auktionsring der Holstenhalle. Beim Schaulaufen der Kommunalwahl-Kandidaten stellten sich Friedrich-Wilhelm Strohdiek (CDU), Uwe Döring (SPD), Jörn Seib (BFB), Thomas Krampfer (Grüne), Stefan Kommoß (FDP), Dr. Heinrich Wadle (Die Linke) und Thomas Puls von den Piraten den Fragen.

Gute Arbeitsplätze, schlechte Arbeitsplätze - für FDP-Mann Kommoß sollte sich die Politik da raushalten und diese Frage den Tarifparteien überlassen. Durch das Jobcenter aufgestockte staatliche Kombilöhne seien "eine Sauerei" und nicht gerecht, widersprach Döring und hatte Wadle und Seib auf seiner Seite. Seib: "Wir müssen nicht jedem hinterherlaufen, nach dem Motto: Investor pfeift, Stadt springt."

Er habe noch "keinen Investor gesehen, der in Neumünster Geld verbrennen will", sagte Strohdiek mit Blick auf die Hotel-Pläne. Döring kritisierte "die Konzeptlosigkeit des Oberbürgermeisters", Puls eine mangelnde Transparenz. Krampfer fühlte sich dagegen im Rat ausreichend informiert und setzte eine Spitze gegen SPD-Mann Döring: "Da spielt auch Neid mit, weil Sie die letzte OB-Wahl verloren haben."

Auch bei der Holsten-Galerie im Sager-Viertel prallten die bekannten Meinungsunterschiede aufeinander. ECE sei ein erfahrener Betreiber: "Die können das", so Kommoß. "Im schlimmsten Fall wird der Großflecken zum Wohngebiet", sagte Wadle eine "Kannibalisierung des Einzelhandels" voraus. Döring kritisierte, das Einkaufszentrum komme "an falscher Stelle und in falscher Größe" und sei ein "Nullsummenspiel": Neu geschaffene Arbeitsplätzen fielen an anderer Stelle weg. Döring: "Aber das ist entschieden durch eine Zufallsmehrheit im Rat." Die sei nun bindend - auch für die neue Ratsversammlung. Für völlig ungelöst hält er die Verkehrsanbindung.

Damit war die Runde auch schon beim Thema Großflecken. "Zu Fuß geht es hier schneller als mit dem Bus", sagte Krampfer. Er ist dafür, den Durchgangsverkehr auszusperren. Kommoß sieht das anders, steht aber zum Verkehrsversuch und zum Bürgerentscheid. Er hofft auf das Ende des Architekten-Copyrights. "Dann können wir den Großflecken wieder anpacken." Mit dieser Meinung lag er auf einer Linie mit Uwe Döring, der empfahl: "Wir müssen beim Urheberrecht vielleicht mal einen Prozess riskieren."

Die drastisch abgespeckte Holstenköste bleibt dagegen ein Streit-Thema. Puls, Wadle und Seib halten nichts von einer Verkleinerung. Für Strohdiek sind die Gema-Gebühren nicht wegzudiskutieren: "Die Köste muss sich auch rechnen." Krampfer ist für das neue Konzept und zitierte ein Bonmot des (bereits verstorbenen) Buchhändlers Jürgen Lübbert: "Neumünster von seiner ordinärsten Seite." So wie bisher könne es nicht weitergehen. Döring und Kommoß empfahlen, erst einmal die Erfahrungen der Köste 2013 abzuwarten und notfalls nachzujustieren.

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