zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 13:37 Uhr

Inventur : Scanner lösen Zettel und Stift ab

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anfang Januar werden in vielen Geschäften die Warenbestände gezählt. Die Fehlquote liegt in der Regel unter einem Prozent.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 11:00 Uhr

Neumünster | Die Stifte sind gespitzt, Leiter und Messbecher stehen bereit, und natürlich sind genügend Zettel gedruckt. Wenn Lothar und Evelyn Müller heute mit ihren vier Angestellten bei „Horn – kochen und wohnen“ am Großflecken Inventur machen, wird noch ganz klassisch nach alter Tradition die Ware gezählt und aufgeschrieben. Doch bei vielen Firmen und Unternehmen hat bei der gesetzlich einmal im Jahr vorgeschriebenen Erfassung aller Bestände längst die Technik Einzug gehalten.

„Für uns als inhabergeführtes Fachgeschäft lohnt sich die elektronische Warenwirtschaft noch nicht“, sagt Lothar Müller. Gestern haben seine Frau und er bereits das Lager vorsortiert. Heute wird dann einige Stunden neben dem Geschäftsbetrieb und anschließend noch bis in den Abend hinein gezählt – und auch abgemessen. Denn aus jeder Karaffe mit Likören, Essigen und Ölen muss der gesamte Inhalt abgefüllt, abgelesen und wieder eingefüllt werden. „Das ist schon eine Arbeit“, sagt Lothar Müller. Als Belohnung geht die gesamte Belegschaft danach ins Restaurant.

Ein gemeinsames Essen mit allen Angestellten und Helfern ist traditionell auch der Abschluss nach dem noch anstehenden Inventur-Sonntag im Modehaus Nortex. Dort werden die rund 250000 Hosen, Röcke, Blusen, Pullover und sonstigen Kleidungsstücke mit mobilen Scannern erfasst. Geschäftsführer Uwe Schümann erklärt den Ablauf der Inventur: „Am Freitag vorher werden die Mitarbeiter bereits mit den Geräten geschult, am Sonnabend wird schon mal ein Teil des Lagers erfasst. Sonntag um 8 Uhr geht es dann los, meist sind wir gegen 14 oder 15 Uhr fertig.“ Der besondere Tag sei bei den Mitarbeitern beliebt: „Alle sind ausgeruht, und es gibt auch einen extra Sonntagsobulus.“

Bereits abgeschlossen ist die Warenzählung im Hagebaumarkt Wigger an der Boostedter Straße. Geschäftsführer Christian Wigger arbeitet mit einer auf Inventuren spezialisierten Fachfirma zusammen. „Da kommen an einem Abend 80 bis 90 Leute und gehen Gang für Gang durch“, sagt er. Die eigenen Mitarbeiter haben ebenfalls Handscanner, mit denen sie tätig werden, sobald Differenzen zwischen dem eigentlich elektronisch erfassten Bestand und dem tatsächlichen Warenvorrat auftreten. Dann gleichen sie ab, ob der Fehler beim Zählen entstanden ist, oder der Artikel tatsächlich verschwunden ist.

Diebstahl, Bruch oder Defekte werden so aufgedeckt. Die Fehlqoute liegt in den meisten Geschäften unter einem Prozent, bei Nortex laut Uwe Schümann sogar unter der Branchenvorgabe von 0,6 Prozent. „Dennoch ist auch das ein nicht unerheblicher Verlust“, sagt Lothar Müller.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen