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Erstaufnahme am Haart : Sanitätszentrum wird abgerissen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Marodes „Haus 5“ in der ehemaligen Scholtz-Kaserne macht Platz für Container. THW nutzte die Ruine für eine Rettungsübung.

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erstellt am 16.Feb.2016 | 08:15 Uhr

Neumünster | Der Abrissbagger steht schon vor der Tür. Das sogenannte Haus 5 in der Flüchtlings-Erstaufnahme am Haart wird zurzeit entkernt und für den Abriss vorbereitet.

In dem Gebäudetrakt war zu Zeiten der Scholtz-Kaserne einmal das Sanitätszentrum 107 der Bundeswehr für Neumünster und Boostedt, weiß der ehemalige Berufssoldat und SPD-Ratsherr Bernd Delfs zu berichten. Für Delfs ist der jetzt nötige Abriss ein „Paradebeispiel für den schlechten Umgang der Bima (Immobiliengesellschaft des Bundes) mit ihren Liegenschaften“. Seiner Meinung nach hätte das Gebäude gerettet werden können, wenn das über Jahre großflächig offen liegende Dach rechtzeitig abgedichtet worden wäre.

Jetzt ist das Gebäude baufällig. Damit keine Kinder hinein gelangen, ist es durch einen Zaun von der eigentlichen Erstaufnahmeeinrichtung abgetrennt. Nach dem Abriss sollen der Untergrund aufbereitet und danach die zurzeit noch an der Störstraße aufgestellten Container an den Haart umgesetzt werden, erläuterte Magdalena Drywa, die Sprecherin des Landesamts für Ausländerangelegenheiten.

An der Störstraße stehen die Container auf städtischem Grund. Dieses gut 70 000 Quadratmeter große Areal hat die Stadt an das Land verpachtet, damit dort weitere Wohncontainer für die Flüchtlinge aufgestellt werden konnten. Zurzeit sind dort auch die Untersuchungsstraße des Uni-Klinikums und ein Versorgungsbereich angesiedelt.

„Die Stadt ist im Sommer in einer dringenden Notlage eingesprungen“, sagte Thorben Pries, der bei der Stadtverwaltung die interne Projektgruppe Flüchtlinge leitet. Die Stadt plant auf dem Gelände eigentlich eine Bebauung mit Wohnhäusern. Die Pachtverträge mit dem Land sind daher nur für kurze Zeit abgeschlossen. Pries: „Der aktuelle Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2016.“

Für das Technische Hilfswerk (THW) war das Abbruch-Haus am Wochenende eine dankbare Kulisse für eine Rettungsübung. Der technische Zug war mit 20 Kräften und der Suchhundestaffel im Einsatz und probte die Rettung eines verschütteten Menschen. „Wir nutzen solche Liegenschaften gerne für solche Übungen unter Praxisbedingungen“, sagte Neumünsters THW-Ortsbeauftragter Helge Schierhorn.

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