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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 18:16 Uhr

BG Holstein : Sanierung treibt Mieten hoch

vom

Anforderungen an Wärmedämmung übersteigen immer öfter Heizkostenersparnis. Vier Prozent Dividende für 3300 Anteilseigner.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 07:43 Uhr

Neumünster | Die Baugenossenschaft Holstein (BGH), mit 2500 Wohnungen Neumünsters zweitgrößter Vermieter, segelte 2012 offenbar mit viel Rückenwind durch das Geschäftsjahr: "Mit einer Leerstandquote von 0,8 Prozent haben wir de facto Vollvermietung", beschreibt Geschäftsführer Frank Natusch die Situation. Nur etwa 40 Wohnungen stünden derzeit leer - ein Großteil davon sei bereits wieder vergeben oder werde saniert. Das ist keineswegs selbstverständlich auf dem Wohnungsmarkt von Neumünster: Nach Einschätzug der BGH stehen in der Stadt derzeit etwa 1500 Wohnungen leer.

Das "gute Geschäftsjahr" (Natusch) schlägt sich auch in der Bilanz nieder: Die Bilanzsumme kletterte 2012 erneut um rund 3,5 auf jetzt 51,4 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote stieg von 32,3 auf 33,2 Prozent. Derzeit 3326 Anteilseigner mit 8280 Genossenschaftsanteilen dürfen sich wie im Vorjahr auf eine Höchstdividende von vier Prozent freuen. Ob es dazu kommt, entscheidet die Vertreterversammlung am 15. Juni.

Auch im laufenden Jahr will die Baugenossenschaft vor allem in die energetische Sanierung ihres Wohnungsbestandes investieren. So sollen am Wernershagener Weg die Blöcke 68 bis 78 mit insgesamt 32 Wohnungen auf den Stand der Technik gebracht werden. Gesamtkosten: 1,6 Millionen Euro. Für rund 1,8 Millionen Euro wird in der Böcklersiedlung das Wohnhaus Max-Richter-Straße 9-11 mit 14 Wohnungen komplett abgerissen und neu aufgebaut. In Boostedt will die BGH für rund 4 Millionen Euro an der Bahnhofstraße eine neue Wohnanlage mit 32 seniorengerechten Wohnungen errichten. Darüber hinaus sind Modernisierungen in rund 40 Einzelwohnungen für rund 750 000 Euro geplant. 2012 hat die BGH rund 6,5 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung ihres Bestandes gesteckt. Das Gros der Summe sei dabei an die heimische Wirtschaft geflossen, unterstreicht BGH-Chef Natusch.

Trotz der guten Zahlen in der Bilanz müssen sich die Wohnungsnehmer der BGH tendenziell auf höhere Mieten und Betriebskosten einrichten. Bei energetischen Sanierungen, vom Staat verlangt, werde es immer schwieriger, die zusätzlichen Investitionen durch Einsparungen bei den Heizkosten auszugleichen, sagt BGH-Geschäftsführer Frank Natusch. Zugleich würden mit immer neuen Auflagen die Nebenkosten weiter in die Höhe getrieben. Als Beispiel nannte Natusch die Kosten für die Prüfung und Instandhaltung der Abwasserleitungen oder die neue Legionellenprüfung, die ab 2013 in größeren Mietshäusern mit zentraler Wasseraufbereitung vorgeschrieben sind. Für rund 30 000 Euro hat die BGH 2012 in Kellern und Wohnungen von 29 Wohnanlagen Zapfventile für die Prüfungen installieren lassen. Für die einmal jährlich vorgeschriebenen Wasserproben müssen sich die Mieter der 646 betroffenen Wohnungen ab 2013 auf rund 30 Euro zusätzliche Betriebskosten per annum einstellen.

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