Streit um die Teichbuden : Sanierung ohne den Segen der Politik?

Wegretuschiert: Auf der Internetseite der Holsten-Galerie ist der Pavillon am Teich nur schemenhaft zu erkennen. ECE bestreitet allerdings, Druck auf die Stadt ausgeübt zu haben, um den Abriss zu forcieren.
Wegretuschiert: Auf der Internetseite der Holsten-Galerie ist der Pavillon am Teich nur schemenhaft zu erkennen. ECE bestreitet allerdings, Druck auf die Stadt ausgeübt zu haben, um den Abriss zu forcieren.

Thomas Michaelis (CDU) schießt gegen die Stadtverwaltung. Sie habe Fakten geschaffen, ohne vorab die Selbstverwaltung zu konsultieren.

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09. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | In der Debatte um die geplante Versetzung der Brausebude und den Abriss des Döner-Imbiss’ am Teich gerät jetzt offenbar die Verwaltung unter Druck. In einer Stellungnahme zu der heftigen öffentlichen Kritik an den Plänen des Bauausschusses (der Courier berichtete) wirft Ausschussmitglied Thomas Michaelis (CDU) den Planern aus dem Rathaus jetzt eigenmächtiges Handeln vor.

Der Verwaltung habe durch die breite Berichterstattung des Couriers, spätestens jedoch nach dem Prüfauftrag der Ratsversammlung zum Innenstadt-Konzept der CDU im Juli, klar sein müssen, dass die Rathausparteien Konzepte zur weiteren Innenstadtgestaltung vorbereiten, insbesondere zur Anbindung der Holsten-Galerie an den Großflecken, kritisiert Michaelis. Dennoch habe die Verwaltung die Brausebude am Teich sanieren lassen und den Vertrag mit dem Betreiber des Imbiss-Pavillons am Teich verlängert, ohne die Politik vorab auch nur zu informieren. Selbst der Oberbürgermeister sei davon offenbar überrascht worden, meint Michaelis. Nach Aussage des OB sei er vorab weder von der Mietvertragsverlängerung noch über die geplanten Erweiterungsarbeiten an dem Pavillon vorab unterrichtet worden. Michaelis selbst will ebenfalls von der Renovierung der Brausebude erst aus dem Courier erfahren haben.

Die Verwaltung greift aus Sicht von Michelis damit tief in die Entscheidungsfreiheit der Ratsversammlung ein: Da jetzt entsprechende Verträge mit dem Imbiss-Betreiber bestehen, wird der Pavillon vermutlich noch Jahre stehen, da die Mietzeit vom Betreiber noch lange ausgedehnt werden könne, bedauert der CDU-Mann. Der interfraktionelle Vorstoß in der vergangenen Sitzung des Bauausschusses solle aber sicherstellen, dass es über die bestehenden Verträge hinaus keine Verlängerungen gibt, so Michaelis. Die Politik wolle sich damit zumindest langfristig eine „pavillonfreie“ Gestaltung des Teichufers vorbehalten.

Michaelis erinnerte daran, dass an den öffentlichen Runden Tischen der CDU zur Innenstadtgestaltung wiederholt der Abriss des Imbiss-Pavillons gefordert worden sei. Allgemein sei es als störend empfunden worden, dass Besucher der Holsten-Galerie auf dem Weg zum Großflecken als erstes die „Döner-Bude“ sähen, sagte Michaelis. Das Thema beschäftigt heute auch die Ratsversammlung.

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