Seniorenmagazin : Sand, Shampoo, Parfüm ergossen sich im Bad

Chaos im Badezimmer: Roter Sand aus der Sahara vermischte sich mit Reiniger und Parfüm.
Chaos im Badezimmer: Roter Sand aus der Sahara vermischte sich mit Reiniger und Parfüm.

Wir erlebten am ersten Feiertag eine Weihnachtsüberraschung der besonderen Art.

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19. Dezember 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | Der erste Weihnachtstag ist bei uns traditionell ein Ruhetag, weil eine unserer damals kleinen Töchter gleich nach Weihnachten Geburtstag hatte. Damit die Festtage für die Kinder nicht durcheinander gerieten, wurde zum Spielen und Ausruhen diese Pause eingelegt.

Und so begann auch dieser erste Weihnachtstag ruhig. Allerdings nur bis zehn Minuten nach dem Aufstehen. Aus dem Badezimmer drang ein lautes Poltern – mehrere Sekunden lang. Was war da bloß passiert? Mein Mann rief „Mir geht es gut, ich mache gleich die Tür auf.“

Einige Minuten vergingen, dann öffnete sich die Tür, und mir blieb fast das Herz stehen. Man muss wissen, dass wir einen hohen, schmalen Badezimmerschrank haben, dessen Tür ein wenig klemmt. Man muss sie mit Schwung öffnen. Leider hatte mein Man an diesem Morgen zu viel davon; der Schrank verlor sein Gleichgewicht und kippte mit der geöffneten Tür nach vorn. Nun war der Schrank leer und der Fußboden voll.

Jeder kann sich wohl vorstellen, was sich in so einem Schrank alles befindet. Sogar die Schubladen waren herausgefallen und hatten sich entleert. Den ganzen Umfang des Inhalts sieht man aber erst, wenn er sich vor einem auf dem Fußboden ausgebreitet hat.

Geplatzte Reinigerflaschen, Waschpulver, Bürsten und Kämme waren auf dem Boden verstreut. Fleckentferner, Shampoo, Parfüm, gesplitterte Plastikflaschen hatten sich vereinigt und verströmten einen Duft, der nicht mehr zu analysieren war.

Aber unser Schrank hatte nicht nur Inhalt, sondern auch noch Deko obenauf. Es handelte sich dabei um meine Sandsammlung. Sie bestand aus über zwanzig kleinen Gläsern mit Sand aus aller Welt. Einige Gläser waren heil geblieben, andere zerbrochen. Der Inhalt hatte sich vermischt und als Abschluss einen Grauschleier über das Durcheinander gelegt.

Bei so einem Chaos hilft mir immer der Satz „Das Wichtigste zuerst“. Also holte ich erst mal den Fotoapparat. Und dann begann das Aufräumen. Das Wichtigste für mich aber war mein Sand.

Es gab eigentlich keine Verluste, denn einige Gläser konnte ich noch mit Restbeständen wieder auffüllen, aber bei einem ist es mir leider nicht gelungen. Es war der rote Sand aus der Sahara, der sich zwischen den Fingerspitzen anfühlte wie feiner Zimt und eine satte, rotbraune Farbe hatte. Er ließ sich nicht wieder auffegen, weil er wie Puder war und sich mit WC-Intensivreiniger verbunden hatte.

Alles andere wurde – ohne weitere Begutachtung – zusammengekehrt und entsorgt. Dann wurde der Schrank in eine stabile Lage gebracht, und das ganze Badezimmer musste geputzt werden. Das war diesmal unser traditioneller ruhiger 1. Weihnachtstag.

Das ganze Seniorenmagazin gibt es im Courier vom 19. Dezember.

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