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Bordesholm : Salderns Grab vor dem Verfall gerettet

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gestern wurde die sanierte Caspar-von-Saldern-Gruft an der Bordesholmer Klosterkirche eingeweiht. Geführte Besichtigung ist möglich.

Bordesholm | Seit gestern ist die Gruft von Caspar von Saldern an der südlichen Außenwand der Bordesholmer Klosterkirche gegenüber der Heimatstube auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Die erste Führung findet am zweiten Adventssonntag statt.

Reinhard Koglin, Vorsitzender des Kultur- und Verschönerungsvereins Bordesholmer Land (KBVL), hatte gestern Nachmittag etwa 30 Gäste zur Einweihung der sanierten Grabstätte eingeladen. Unter der Leitung von Wolfgang Bauch aus Schleswig, dem
ehemaligen stellvertretenden Leiter des Archäologischen Landesamtes, war das 100 000-Euro-Projekt umgesetzt worden.

„Die erste Anregung zur Restauration im Mai 2009 gab Gabi Wachholtz aus Neumünster“, sagte Wolfgang Bauch. Zwei Jahre später fiel die Grundsatzentscheidung, die zugemauerte Erdbegräbnisstätte im ehemaligen Kreuzgang des Augustiner Chorherrenstiftes an der Klosterkirche von Bordesholm wieder zu öffnen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für rund 100 000 Euro wurde die Gruft in enger Absprache mit den Nachkommen von Salderns, Gräfin Elsabe von Baudissin, Augustenhof, von 2013 bis 2014 wieder hergerichtet. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Kultur und Medien mit 47 000 Euro und einer Zuwendung des Landesamtes für Denkmalpflege von 5000 Euro. Dank weiterer Zuschüsse, unter anderem aus dem Gemeindehaushalt (8000 Euro) und der Aktiv-Region Mittelholstein (21 000 Euro) konnten die Mitglieder des Klosterkirchenvorstandes um die Vorsitzende Margrit Bode die Gruft wieder in den ursprünglichen Zustand bringen.

Die geschichtsträchtige Familiengruft wurde aus Kostengründen von den Nachfahren Salderns im Jahr 1861 zugemauert. Caspar von Saldern (11. Juli 1711 bis 11. November 1786), Gutsherr auf Schierensee, erwarb im Juli 1768 von der Bordesholmer Kirchengemeinde das Familiengrab. Neben ihm und seiner Ehefrau Catharina waren neun weitere Familienangehörige über den Zeitraum von fünf Generationen in der Gruft begraben. Vom alten Portal sind der Schlussstein mit dem Monogramm „CvS“ und der Rundbogen aus Sandstein noch vollständig erhalten. Wegen fehlender Belüftung von 1861 bis zur ersten Öffnung im Mai 2011 sind deutliche Verfallserscheinungen an den Holzsärgen sichtbar. Beschädigungen der aufwändig gearbeiteten Sandsteinsarkophage durch höher gelagerte Särge und herabfallende Sargteile waren programmiert. Das wollten die Mitglieder der Kirchengemeinde nicht hinnehmen. Aus ihrer Sicht besteht für Bordesholm ein herausragendes Interesse an der Wiedereröffnung und Restaurierung der Gruft, um das in der Bevölkerung deutlich sichtbare und ständig steigende Bewusstsein für die eigene Geschichte zu stärken.

Die erste Besichtigung der sonst verschlossenen Erdbegräbnisstätte steht am zweiten Adventssonntag, 7. Dezember, ab 11 Uhr im Verlauf des Weihnachtsmarktes auf dem Programm. Nils Claussen von der Klosterkirchengemeinde und Wolfgang Bauch werden bei den Führungen allen Interessierten Rede und Antwort stehen.


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erstellt am 28.Nov.2014 | 05:00 Uhr

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