Aukrug : Sahnetorte für die Chinesen

Mit Interesse schauen die jungen Chinesen Elke Petersen-Rusch beim Backen zu: Schwarzwälder Kirschtorte, Muffins und Eierschnecken gehören zur kulinarischen Entdeckungsreise. Fotos: Dorfer
Mit Interesse schauen die jungen Chinesen Elke Petersen-Rusch beim Backen zu: Schwarzwälder Kirschtorte, Muffins und Eierschnecken gehören zur kulinarischen Entdeckungsreise. Fotos: Dorfer

Jesko Petersen hat wieder ein Sommercamp in Aukrug organisiert.

shz.de von
03. August 2018, 08:45 Uhr

Aukrug | Das Stimmengewirr und fröhliche Lachen ist schon von draußen zu hören. Eine Gruppe junger Chinesen sitzt um den großen Tisch im Wohnzimmer der Familie Petersen in Aukrug herum, mittendrin Jesko Petersen, der in bestem Englisch die Regeln eines Kartenspiels erklärt. Nebenan in der Küche schaut ein anderer Teil der Gruppe Elke Petersen-Rusch interessiert beim Backen zu, Schwarzwälder Kirschtorte, Muffins und Eierschnecken stehen heute auf dem Programm. Diese Aktivitäten sind Teil des Kulturaustauschprogramms, das in diesem Jahr zum zweiten Mal in Form eines Sommercamps in Aukrug stattfindet.

Jesko Petersen und Freundin Stefanie Meier, die ihn – wie auch seine ganze Familie – beim Camp unterstützt.
Dorfer
Jesko Petersen und Freundin Stefanie Meier, die ihn – wie auch seine ganze Familie – beim Camp unterstützt.
 

Für zwei Wochen sind die 16- bis 21-Jährigen bei Gastfamilien in Aukrug und Umgebung untergebracht. Das schätzt Jesko Petersen besonders. „Dadurch haben sie die Chance, am Familienleben teilzunehmen und können einen Einblick in unsere Kultur gewinnen.“ Auf die jungen Menschen wartet ein abwechslungsreiches Programm, von 9 bis 17 Uhr stehen verschiedene Aktivitäten auf dem Plan. Dazu gehören auch das gemeinsame Arbeiten für den Naturschutzring Aukrug im Wald und selbstverständlich einige Ausflüge in die Umgebung. Besonders die Arbeit in der Natur ist für die jungen Menschen eine besondere Erfahrung, „ihre erste Berührung mit Arbeit als solcher“, wie Jesko Petersen schmunzelnd feststellt.


Deutsches Essen ist gewöhnungsbedürftig

Der 25-Jährige hat eine große Affinität zu China: Durch mehrere Aufenthalte in diesem Land hat er Einblicke in die Kultur gewinnen können. Das hat nicht nur den Ausschlag für sein Studium – Chinesisch und Englisch auf Lehramt – gegeben, sondern auch für das Sommercamp. „Das ist eine Art der Kulturvermittlung, wie man sie als Tourist nicht bekommt“, erklärt er. Bei den jungen Gästen kommt das Programm sehr gut an, wenn es auch einiger Gewöhnung bedurfte. So fand die 16-jährige Yuwei die Arbeit im Wald zunächst ziemlich anstrengend, die Zeit verging anfangs ganz langsam, wie sie sagt. Aber dann hätte sie sich daran gewöhnt und die Tage vergingen wie im Flug.

Gewöhnungsbedürftig war auch das deutsche Essen. „Manches sieht wirklich komisch aus, aber ich habe alles probiert“, sagt Yuwei. Ein anderer Teilnehmer ist rundum begeistert. Der 21-jährige Meqid studiert Business-Journalismus in China und ist von der Freiheit und Offenheit Deutschlands sehr angetan. Besonders Hamburg hat ihm gefallen. „Die Menschen waren total nett und offen uns gegenüber, einfach großartig.“ Auch in seiner Gastfamilie fühlt er sich – wie übrigens alle Teilnehmer – sehr wohl.

Dieses Camp endet morgen, doch das nächste ist schon geplant. Auch dafür werden wieder Gastfamilien gesucht. Infos unter Tel. 49 1523 7611 903.



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