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Blick auf die Baustellen : Rundtour durch die „Stadt der Kräne“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wirtschaftsagentur lud zur Besichtigung vielversprechender Baustellen. Im Gewerbegebiet Nord liegen die Bauarbeiter gut im Plan. Bei der Vermarktung zögert die Stadt.

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erstellt am 27.Sep.2014 | 07:00 Uhr

Neumünster | Die Bauarbeiten im neuen Logistikpark Nord an der Autobahn gehen offensichtlich zügig voran. Davon konnten sich am Donnerstag die Teilnehmer einer von der Wirtschaftsagentur organisierten Informationstour überzeugen. Die Erschließungsstraßen durch das 60 Hektar große Gewerbegebiet sind inzwischen befahrbar. Der Ausbau des oberirdischen Entwässerungssystems ist so gut wie abgeschlossen, die das Areal durchschneidende Gaspipeline ist großenteils verlegt.

Die Arbeiten an der künftigen Auffahrt zur Autobahn sind dagegen vorerst eingestellt: Der mit rund 17 000 Kubikmetern Sand aufgeschüttete Damm müsse sich zunächst mehrere Monate setzen, erläuterte Bauleiterin Gundula Schuhmacher. Die rund 10 Millionen Euro teure Erschließung des Geländes liege aber gut im Zeitplan.

Bereits klar zu erkennen ist die künftige Zufahrt zur Firma Henry Kruse. Das auf Hygiene- und Reinigungsmittel spezialisierte Kieler Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern will aus mehreren Standorten nach Neumünster umziehen. Es ist das bislang einzige Unternehmen, das sich in den neuen Logistikpark eingekauft hat.

Für weitere Flächen gebe es derzeit unter anderem zwei größere Interessenten, erläuterte Heino Bubach-Bernhardt von der Wirtschaftsagentur. Allerdings erfüllten sie nicht die Auflage der Stadt, mindestens 25 Arbeitsplätze pro Hektar Fläche zu schaffen. Die interessierten Firmen kämen lediglich auf fünf Mitarbeiter pro Hektar.

Ratsherr Gerd Kühl (CDU) nutzte die Gelegenheit, zu mahnen, bei der Vergabe der exklusiven Gewerbeflächen die heimischen Unternehmen nicht zu vernachlässigen. Angesichts der hohen Grundstückspreise im neuen Gewerbepark gebe es bei expansionswilligen Firmen bereits Überlegungen ins günstigere Umland abzuwandern, sagte der frühere Geschäftsführer des Unternehmensverbandes. Die Stadt verlangt im Gewerbegebiet Nord wegen der günstigen Lage an der Autobahn 67 Euro pro Quadratmeter. Im Umland sind vergleichbare Gewerbeflächen schon zwischen 20 und 30 Euro zu haben.

Als erste Besuchergruppe überhaupt durften die Gäste der Wirtschaftsagentur auf ihrer Tour einen Blick in das neue Parkhaus der Holsten-Galerie und von dessen höchstem Deck werfen. Auf 17 Ebenen soll das Gebäude künftig 571 Stellplätze für Kunden des ECE-Einkaufszentrums bieten. Besonders auffällig: Aufgrund der besonderen Bauweise mit bis zu 16 Meter frei überspannenden Stahlträgern kommt das überraschend lichte Gebäude auf den Parkdecks fast ohne störende Betonpfeiler aus.

Die 2,50 Meter breiten Parknischen sind mit besonders breiten Markierungen getrennt: „Psychologen haben herausgefunden, dass die Fahrzeuge dann exakter in den Nischen geparkt werden“, erklärte Frank Bowmann vom Bauträger Goldbeck den Besuchern. Im Parkhaus beginnt in der kommenden Woche der Innenausbau. Der Baukran am Parkhaus wird ab Montag abgebaut. Die Kaiserstraße muss dafür noch einmal teilweise gesperrt werden.

Auch im Industriegebiet-Süd wird wieder gebaut: Für rund drei Millionen Euro errichtet der Lkw-Hersteller Scania am Donaubogen eine neue Service-Station mit drei Lkw-Bühnen. 15 Mitarbeiter sollen hier noch in diesem Jahr die Arbeit aufnehmen. Die bisherige Station an der Wendenstraße wird aufgegeben. Durch den Umzug erhofft man sich bei Scania auch eine deutlich bessere Auslastung des Werkstatt-Betriebs: „Bei vielen Logistikern ist der Werkstattbesuch heute streng in den Zeitplan eingetaktet“, erläuterte Scania-Vetreter Harald Kühl. Der Standort nahe der Autobahn sei für sein Unternehmen ideal.

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