GEZ-Briefe an Verstorbene : Rundfunkgebühr für die tote Mutter gefordert

Dokument von ARD und ZDF: Erich Siller zeigt das Schreiben, in dem von Klara Siller die Gebührenzahlung verlangt wird.  Foto: Carstens
Dokument von ARD und ZDF: Erich Siller zeigt das Schreiben, in dem von Klara Siller die Gebührenzahlung verlangt wird. Foto: Carstens

Erich Siller erhält immer noch Post an seine Mutter - mit der Aufforderung, die Rundfunkgebühr zu zahlen. Dabei ist Klara Siller bereits vor zwei Jahren gestorben.

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15. April 2013, 09:58 Uhr

Neumünster | Erich Siller ist ziemlich sauer auf die GEZ. Immer wieder wird der 73-jährige Rentner aufgefordert, für seine Mutter die fälligen Rundfunk gebühren zu bezahlen. Dabei ist die alte Dame bereits im März 2011 im Alter von 101 Jahren gestorben.

Viele Jahre lang hatte Erich Siller seine Mutter Klara in der Etagenwohnung an der Wasbeker Straße in Neumünster aufgenommen. Und wie es sich für getrennte Haushalte gehört, bezahlte die Seniorin auch stets ihre eigenen GEZ-Gebühren. Doch die Gesundheit ließ allmählich nach. Klara Siller konnte irgendwann nicht mehr richtig laufen, die Treppe hinauf in den zweiten Stock wurde schließlich zum unüberwindlichen Hindernis.

Rundfunkbeitrag zwei Jahre nach dem Tod

Im August 2006 zog die alte Dame zur Betreuung in das Haus Schleusberg um. Später, als Klara Siller kein Radio und kein Fernsehen mehr nutzen konnte, setzte das Heim eine Befreiung von den Rundfunkgebühren durch. Die Gebührenzentrale bestätigte in einem Brief vom November 2010 die Freistellung, die bis Ende 2020 gelten sollte - faktisch also bis zum Lebensende.

Am 12. März 2011 verstarb Klara Siller im stolzen Alter von 101 Jahren. Knapp zwei Jahre später erhielt ihr Sohn ein Schreiben von der GEZ. Erich Siller brachte den Brief mit der Zahlungsaufforderung zur Post - und mit dem Vermerk "verstorben" ging der Umschlag wieder zurück an den Absender.

Erich Siller hielt die Angelegenheit damals für erledigt. Doch er sollte sich täuschen. Am 5. April flatterte ihm der nächste Brief ins Haus. Klara Siller wurde höflich, aber bestimmt gebeten, den fälligen Rundfunkbeitrag zu überweisen. Ein Zahlungsformular war dem Schreiben gleich beigefügt. "Die müssen die Lebens- und Sterbedaten meiner Mutter doch in ihren Akten haben", beschwert sich Erich Siller über den Umgang der GEZ mit Verstorbenen. Er will sich jetzt Rat vom Seniorenbüro holen - um die Angelegenheit endgültig beenden zu können.

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