Neue Kita St. Bartholomäus : Rund und weltoffen

Fröhliche Bastelrunde: In Begleitung von Jörg Asmussen, Leiter des Fachdienstes Frühkindliche Bildung (rechts), stattete Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth der Kita St. Bartholomäus einen Antrittsbesuch ab – und half der Schmetterlingsgruppe dabei kurzzeitig beim Schnecken kneten. Die Erzieherinnen Katrin Kock (links) und Tatjana Miller zeigten den Kinder, wie es richtig geht.
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Fröhliche Bastelrunde: In Begleitung von Jörg Asmussen, Leiter des Fachdienstes Frühkindliche Bildung (rechts), stattete Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth der Kita St. Bartholomäus einen Antrittsbesuch ab – und half der Schmetterlingsgruppe dabei kurzzeitig beim Schnecken kneten. Die Erzieherinnen Katrin Kock (links) und Tatjana Miller zeigten den Kinder, wie es richtig geht.

In die ehemalige Kirche am Wernershagener Weg kehrt neues Leben ein. Die ersten 15 Kita-Kinder sind schon da. Noch gibt es freie Krippenplätze

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09. Juli 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Der Rasen rundum ist erst frisch angesät, das hindert Nachbarn aber nicht, abends schon mal heimlich auf die „Baustelle“ zu laufen und sich die Nase an den großen Scheiben platt zu drücken. Dabei ist das gar nicht nötig: Christina Just (30), seit gut zwei Monaten erste Leiterin der neuen Kindertagesstätte St. Bartholomäus am Wernershagener Weg, weist auch tagsüber niemanden ab, der schon mal einen Blick in die nagelneue Kita werfen möchte.

„Viele Eltern staunen, wie hell und licht es hier geworden ist“, erzählt die junge Kita-Leiterin. Gestern war es Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth, der sich bei seinem Antrittsbesuch am Wernershagener Weg begeistert zeigte: „Das ist wohl die außergewöhnlichste Kita, die Neumünster derzeit zu bieten hat“, kam es dem Stadtrat ganz undiplomatisch über die Lippen.

In der Tat unterscheidet sich die neue Kita schon rein äußerlich von ähnlichen Einrichtungen. Architekt Karsten Kammer hat die Wesenszüge der einstigen Rundkirche erhalten und ihr doch ein ganz neues Gesicht gegeben: Dort, wo einst die Gottesdienstbesucher auf den Kirchenbänken Platz fanden, erhebt sich jetzt ein eindrucksvolles rundes Atrium , in dessen Mitte eine kuschelige „runde Sitzecke“ zum Verweilen einlädt. Eine Treppe führt hinauf auf eine über 100 Quadratmeter große, gut gesicherte Spielempore, das Herz- Prunkstück der Kita, das von den Kindern nur zu gern zum Burgen- und Piratenschiffbau in Beschlag genommen wird. Rund um das lichte Rondell sind die Gruppenräume, ein Schlaf- und Schlummersaal sowie Wasch- und Nebenräume angesiedelt. Im ganzen Haus gibt es keine einzige rechtwinklige Ecke.

Bis zu 55 kleine Neumünsteraner zwischen ein und sechs Jahren will die katholische Gemeinde St.Maria-St.Vicelin in ihrer Rund-Kita künftig betreuen. Neben zwei Krippengruppen mit je zehn Plätzen soll es eine Elementargruppe und als Besonderheit eine Familiengruppe mit ganz jungen und älteren Kindern geben. Am 11. Mai zogen die ersten sechs kleinen „Bewohner“ ein, inzwischen werden 15 Kinder von derzeit vier Erziehern betreut. Mit dem Start des neuen Kita-Jahres am 1. August soll es dann mit acht Erziehern richtig losgehen. Derzeit sind in der neuen Kita noch zehn Krippenplätze frei.

Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth nutzte seinen Besuch in der einstigen Kirche gestern auch, um sich bei der katholischen Kirche für das starke sozialpolitische Engagement zu bedanken. Mehr als die Hälfte der Gesamtkosten von rund 1,35 Millionen Euro werden von der katholischen Gemeinde beziehungsweise dem Erzbistum Hamburg getragen. Üblicherweise liegt der Eigenanteil privater Träger bei vergleichbaren Projekten bei nur etwa 20 bis 25 Prozent.

Als großen Gewinn empfindet Humpe-Waßmuth darüber hinaus die enge Verknüpfung der Kita mit dem künftigen Senioren- und Bürgertreff im ehemaligen Gemeindehaus direkt neben der neuen Kita. Am Wernershagener Weg entstehe auf diese Weise am richtigen Ort ein neues Familienzentrum, sagte der Sozialdezernent.

Die neue Kita unter katholischer Trägerschaft steht übrigens keineswegs ausschließlich katholischen Eltern offen. „Zum 1. August bekommen wir unter anderem ein Kind aus einer hinduistischen Familie“, freut sich Kita-Leiterin Christina Just. „Wir vermitteln hier ethische Werte, wie sie in den meisten Religionen zuhause sind, wir öffnen den Zugang zur Religion, stülpen sie aber niemandem über“, hat sich die junge Leiterin vorgenommen, die etwas ganz Besonderes mit ihrer Kita verbindet: Genau dort, wo sie künftig kleine Kinder ein Stück weit auf deren Lebensweg begleiten wird, wurde sie selbst vor 30 Jahren getauft.

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