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Offene Ganztagsschule : Rudolf-Tonner-Schule setzt auf die kleine Lösung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kostengünstige Zusammenarbeit mit Tungendorfer Partnern ist im Gespräch. Für große Umbauten ist gar kein Geld im Haushalt vorgesehen

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erstellt am 10.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Neumünster | Auslöser sind die Eltern: Sie wünschen sich an der Rudolf-Tonner-Schule (RTS) ein offenes Ganztagsangebot für ihre Kinder; nun hat die Grundschule in Tungendorf den entsprechenden Antrag gestellt. Geld im städtischen Haushalt dafür gibt es nicht, aber offenbar viel Wohlwollen in Politik und Verwaltung.

Bildungspolitisch seien Ganztagsangebote auch für die Grundschulen ganz wichtig, sagt Schuldezernent Günter Humpe-Waßmuth. Der Antrag der RTS erreichte die Stadt aber erst Mitte Januar, als der städtische Doppelhaushalt 2015/16 längst beschlossen war. „Vielleicht bekommen wir aber doch etwas hin“, sagt er.

Darauf setzt auch der Schulleiter Arno Müller-Weßling. Große Investitionen seien vorerst gar nicht nötig. „Zeitlich wollen wir schon die große Lösung an fünf Tagen in der Woche, aber räumlich gehen wir erstmal bescheidener ran“, sagt Müller-Weßling. Die Lösung heißt: Kooperation mit anderen Partnern im Stadtteil. „Wir können die kleine Lösung auch so hinbekommen, gemeinsam mit dem SV Tungendorf, dem Mehrgenerationenhaus, dem Hort und dem Verein Betreute Grundschule“, sagt Müller-Weßling.

„Es gab erste Gespräche. Wir haben unser Interesse bekundet“, bestätigt auch Constanze von Wildenradt von der Diakonie, dem Träger des Mehrgenerationenhauses im Volkshaus.

Zunächst ist ein inhaltliches Konzept für die Offene Ganztagsschule nötig. „Daran arbeiten wir, es ist fast fertig“, sagt Schulleiter Müller-Weßling. Was noch fehlt, ist der politische Grundsatzbeschluss. Im Schulausschuss am vergangenen Donnerstag war das Anliegen der Tonner-Schule schon kurz Thema. Ein Gespräch mit der Verwaltung ist für den kommenden Donnerstag angesetzt.

Voraussetzung für eine Offene Ganztagsschule sind freiwillige Nachmittagsangebote an mindestens drei Tagen in der Woche und eine Mittagsverpflegung. Hier gibt es schon Erfahrungen mit einem Lieferanten für den Hort und die Betreute Grundschule. Bei der Essenausgabe könnte es allerdings eng werden, wenn viele der zurzeit 206 Grundschüler das Angebot nutzen sollten. Bislang sind nur vier von zwölf reinen Grundschulen oder weiterführenden Schulen mit Grundschulteil eine Offene Ganztagsschule. 13 Schulen in Neumünster haben Ganztagsangebote.

Kommentar: Tolles Netzwerk

Ganztagsangebote an Grundschulen  gibt es bislang eher an den sozialen Brennpunkten, aber das sind weder Tungendorf noch die Tonner-Schule. Die Eltern hoffen hier auf Bildungs- und Betreuungsangebote auch am Nachmittag. Seit dem vergangenen Frühjahr wird über das Konzept nachgedacht. Eltern, Lehrer, Hort und andere Partner loten aus, was möglich ist. Die Stadt wäre töricht, so ein tolles Netzwerk des Stadtteils ins Leere laufen zu lassen. Mit Bordmitteln und viel Engagement ist eine Menge zu bewegen.

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