Rudolf Johna stritt stets für Behinderte

Nach 23 Jahren beendet Rudolf Johna (links) seine Arbeit für die Aktionsgemeinschaft. Seinen Posten als 2. Vorsitzender übernimmt Manfred Utech. Er überreichte zum Dank   ein Geschenk. Foto: Moritzen
Nach 23 Jahren beendet Rudolf Johna (links) seine Arbeit für die Aktionsgemeinschaft. Seinen Posten als 2. Vorsitzender übernimmt Manfred Utech. Er überreichte zum Dank ein Geschenk. Foto: Moritzen

Der Mitbegründer der Aktionsgemeinschaft zur Förderung Behinderter und Benachteiligter zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück

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01. Juni 2013, 03:59 Uhr

Neumünster | 23 Jahre lang hat sich Rudolf Johna (80) intensiv um die Belange von Behinderten in der Stadt gekümmert. Jetzt musste er sich aus gesundheitlichen Gründen von dieser ehrenamtlichen Tätigkeit zurückziehen und wurde zum Abschied noch einmal gewürdigt.

Rudolf Johna war von Anfang an dabei: Als die Aktionsgemeinschaft zur Förderung Behinderter und Benachteiligter im Oktober 1990 gegründet wurde, unterzeichnete auch er das Gründungsprotokoll. Wenig später trat der SPD-Politiker in seiner Eigenschaft als Mitglied des Landtags der Aktionsgemeinschaft bei. Sieben Jahre später wurde er zum 2. Vorsitzenden gewählt. Diesem Amt blieb er bis vor wenigen Tagen treu. Auf eigenen Wunsch ließ er sich jetzt abwählen. Sein Nachfolger ist Manfred Utech (73).

Mit einer Großpackung Marzipan bedankte sich der Vorsitzende Ehrenfried Boege jetzt bei Johna für sein Engagement. Dabei wurde manche Erinnerung an gemeinsame Projekte zum Wohl der Behinderten wach: Als die Aktionsgemeinschaft fünf Jahre bestand, wurde zum Beispiel auf Johnas Betreiben noch ein "Runder Tisch für Behinderte" gegründet. "Der kam bei den Betroffenen gut an und hat die Wahrnehmung für Probleme der Behinderten durchaus geschärft", waren sich alle einig. Auch der Fahrdienst, den die Aktionsgemeinschaft über Jahre - unter anderem mit Hilfe der Bundeswehr - ins Leben rief, kam gut an. An machen Tagen saß Rudolf Johna sogar selbst am Steuer.

Auch zahlreiche bauliche Projekte fasste das Team an: Fehlende Rampen oder Fahrstühle, zu schmale Übergänge oder behindertenunfreundliche Zugänge - die Aktionsgemeinschaft packte manchen Mangel an. So wurden mit Rudolf Johnas Hilfe unter anderem Fahrstühle für den Bahnhof gebaut. Und er ließ sich auch nicht abschrecken, als es bei der Planung eines behindertengerechten Neubaus der Holstenschule einmal schwierig wurde. So musste er zum Beispiel im Beschwerdewege die Landesregierung einschalten, um letztlich ans Ziel zu kommen. "Er war nie ängstlich, wenn es um die Sache ging", lobte Ehrenfried Boege seinen Mitstreiter der ersten Stunde.

Ein Erfolg sind auch nach wie vor die Aktion Adventslicht, bei der in der Vorweihnachtszeit Familien mit behinderten Kindern Sachspenden erhalten, sowie der Lesedienst.

Auch wenn Rudolf Johna in der Aktionsgemeinschaft viel erreicht hat und sich jetzt aus der ehrenamtlichen Arbeit für Behinderte zurückziehen muss, so betonte er in seinen Abschiedsworten doch noch einmal, wie wichtig es nach wie vor sei, sich weiterhin um die Belange der Betroffenen zu kümmern. "Die Zeit läuft weiter. Und man kann wirklich nicht sagen, dass es keine Probleme mehr gibt", erklärte er.

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