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Traditionelles Rote-Grütze-Essen : Rote Grütze und ein Minister, der als Freund kam

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gut 100 Gäste wurden von der SPD-Rathausfraktion begrüßt. Innenminister Andreas Breitner hielt eine sehr launige Rede.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 07:45 Uhr

Vor nicht allzu langer Zeit war Andreas Breitner noch eine Unperson in Neumünster, weil er als Rendsburger Bürgermeister den Widerstand der Nachbarstädte gegen das Designer-Outlet-Center (DOC) anführte. Das ist vorbei. Breitner ist mittlerweile gern gesehen und kommt als Freund, weil er neuerdings als Innenminister entweder Geld mitbringt oder erstklassige Reden hält. Letzteres erlebten gut 100 Gäste des Rote-Grütze-Essens der SPD-Rathausfraktion im Hotel Prisma.

Schon zum 24. Mal hatten die Sozialdemokraten sich Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu ihrem lockeren Abend eingeladen. Besonders herzlich begrüßt wurde natürlich Birgit Malecha-Nissen bei ihrem ersten Auftritt in Neumünster als neue SPD-Bundestagsabgeordnete. Aber auch die drei Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, Hartmut Unterlehberg und Dr. Uwe Harder bekamen warmen Applaus.

Der Fraktionsvorsitzende und Gastgeber Uwe Döring bekannte in seiner Begrüßung selbstkritisch, dass er und die anderen Mitglieder der Landesregierungen seiner Kieler Zeit nicht den Mut gehabt hatten, den Kommunalen Finanzausgleich (KFA) zu reformieren. „Wir unterstützen deinen Plan ausdrücklich“, sagte Döring an die Adresse von Breitner. Der hatte unlängst den Entwurf für die Reform vorgestellt; die bringt Neumünster voraussichtlich fünf Millionen Euro mehr pro Jahr in die Kasse (der Courier berichtete).

Als Rote-Grütze-Redner verteidigte Breitner den Plan: „Neumünster war als Stadt mit schwächerer Sozialstruktur im KFA immer benachteiligt. Jetzt wollen wir das ändern.“ Der Minister erinnerte auch selbstironisch an seine Zeit als DOC-Gegner und bekannte, seine Frau dränge ihn längst zu einem Besuch im DOC: „Ich hoffe, nach dieser Rede kriege ich dort Asyl. Ich habe meine Einkaufsliste dabei.“ Und Breitner lobte Neumünster: „Ihre Stadt hat an Profil und Ausstrahlung gewonnen. Ich nenne Neumünster den urbanen Höhepunkt in der flachen Mitte.“

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