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22. Oktober 2017 | 10:56 Uhr

Rot-Grüne wollen "Fahrradstadt Neumünster"

vom

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Neumünster | Nein, der Auftakt für eine rot-grüne Koalition sollte der gemeinsame Pressetermin nicht sein. Aber die Fraktionsvorsitzenden Uwe Döring (SPD) und Thomas Krampfer (Grüne) haben eine große Schnittmenge in ihren Parteiprogrammen gefunden, pflegen miteinander "eine privilegierte Gesprächspartnerschaft" und bringen da rum gemeinsam einen Antrag in die nächste Ratsversammlung ein: Neumünster soll eine Fahrradstadt werden.

Das soll erreicht werden, indem die Infrastruktur für Radfahrer verbessert und die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert wird. "Neumünsters Radfahrer machen bereits einen überdurchschnittlich hohen Anteil an allen Verkehrsbewegungen aus, nämlich 25 Prozent. Wir wollen das auf über 30 Prozent steigern", sagte Döring. Bundesweiter Spitzenwert ist 35 Prozent (Münster).

Noch wichtiger ist den beiden Politikern aber, dass Neumünster von einem traurigen Spitzenplatz herunter kommt: Es gibt überdurchschnittlich viele Unfälle von Radfahrern, besondern von Kindern. Um das zu erreichen, soll genau untersucht werden, wo und warum die Unfälle passieren. "Dann brauchen wir ein Sofortmaßnahmenprogramm zur Entschärfung von Unfallschwerpunkten", sagte Krampfer.

Generell sollen nach Ansicht der beiden Fraktionen bei allen Straßenbaumaßnahmen "die Belange des Radverkehrs künftig gleichberechtigt beachtet werden". Gerade wenn für den Bau des Einkaufszentrums an verschiedenen Straßen und Kreuzungen rund um das Sager-Viertel gebaut werden muss, soll das bereits berücksichtigt werden.

SPD und Grüne träumen nicht von einem flächendeckenden Netz neuer, teurer Radwege, sondern denken vorrangig an die so genannten "Schutzstreifen": Dabei wird auf der Fahrbahn mit einem Strich der Bereich für Radfahrer abgetrennt. Ebenfalls ohne große Kosten könnte durch die ganze Stadt ein Netz von Radrouten gezogen werden, besonders auf verkehrsarmen Straßen. Einbahnstraßen und Sackgassen könnten für Radfahrer geöffnet werden; von manchen Abbiegeverboten könne man sie ausnehmen. Und für den Großflecken (Döring: "Der schlimmste Radweg überhaupt") müsse auch eine Lösung gefunden werden.

Die nächste Ratsversammlung findet am 27. August statt.

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