zur Navigation springen

Baustellen-Ärger : Roonstraße: Insel-Zustand nervt Anwohner

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zeitplan der Fernwärme-Baustelle der Stadtwerke ist durch alte Wasserleitungen und Hausanschlüsse verzögert worden / Viktoriastraße wird am Donnerstag freigegeben

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2014 | 05:30 Uhr

Neumünster | Wenn Jörg Meyer einkauft, ist das für ihn ein ziemlicher Organisationsakt. Der 51-Jährige wohnt an der Roonstraße 12. Seit April ist die Straße von den Stadtwerken aufgebuddelt, um neue Fernwärme-, Wasser- und Gasleitungen zu verlegen. „Unser Haus ist nur durch eine schmale Holzbrücke erreichbar. Wir leben hier auf einer Insel, sind kaum zu Fuß erreichbar. Solche Zustände habe ich in den 20 Jahren, die ich hier wohne, nicht erlebt“, schimpft Meyer. Ihn nervt dieser Zustand, eine Information über Verzögerungen habe ihn und seine Nachbarn rechts und links nicht erreicht, sagt er. Die Stadtwerke versichern dagegen, Hauspostsendungen verteilt zu haben und räumen Verzögerungen ein.

„Es wurden Fernwärmeleitungen verlegt, aber wir haben den Zeitpunkt genutzt, um auch über 20 Wasser-Hausanschlüsse zu modernisieren. Die stammen aus der Gründungszeit, also den Anfängen der Wasserversorgung aus dem Jahr 1899. Das hat Zeit gekostet“, sagte Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt gestern.

Ursprünglich sollte der erste Bauabschnitt der Viktoriastraße zwischen Rendsburger und Carlstraße bis Ende Juni gesperrt sein, der zweite Bauabschnitt (Roonstraße bis zur Färberstraße) bis Mitte Juli. Da aber auch dort Wasserleitungen komplett erneuert und fünf Gashausanschlüsse ausgetauscht werden mussten, konnte der Zeitplan nicht eingehalten werden. „Wir rechnen damit, dass dieser Bauabschnitt in der zweiten Septemberhälfte fertig ist“, so Schmidt.

Jörg Meyer ärgert noch eine weitere Sache: „Meinen Einkauf muss ich in einer Schubkarre zum Haus transportieren. Währenddessen parke ich in der Moltkestraße, kassiere Tickets, weil ich keinen Anwohnerparkausweis habe. Ich habe kein Anrecht auf einen Parkplatz, aber die Bußgeldstelle ist auch nicht bereit, etwas kooperativ zu sein.“ Außerdem hätten die Fahrschule in der Nachbarschaft und der Wohnpark eine Zufahrt erhalten, er aber nicht.

„Ich höre von dem Zufahrtsproblem zum ersten Mal“, sagte SWN-Sprecher Schmidt. Gewerbebetriebe hätten eine Zufahrt erhalten und auch Privatleute, als sie eine Rampe für einen Umzugs-Lkw brauchten. „Die Privaten müssen halt ausweichen, diese Unannehmlichkeiten lassen sich nicht vermeiden“, so Schmidt. Es sei aber durchaus ein Verbesserungsvorschlag, dass von der Baumaßnahme betroffene Anlieger einen Parkausweis für umliegende Straßen erhalten könnten oder dass die Stadt in diesem Umfeld nicht so streng mit Strafzetteln sein sollte. Das werde er weitergeben, versicherte Schmidt.

Eine gute Nachricht konnte er gestern verkünden: Die Viktoriastraße bis zur Kreuzung Carlstraße wird am Donnerstag dieser Woche freigegeben.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert