Schleswig-Holstein Musik Festival : Romantische Märchen im Apfelgarten

Ingeborg Tophinke (links) und Elke Andersen begeisterten ihr Publikum im Garten der Vicelingemeinde mit Märchen und Musik aus der Romantik.
Ingeborg Tophinke (links) und Elke Andersen begeisterten ihr Publikum im Garten der Vicelingemeinde mit Märchen und Musik aus der Romantik.

Ingeborg Tophinke und Elke Andersen begeisterten mit Werken von Brentano, Hauff und Delibes.

Avatar_shz von
14. Juli 2014, 09:00 Uhr

Neumünster | Es gibt Sol Gabetta und Max Raabe, Elton John und Bobby McFerrin. Das Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals wartet mit großen Namen auf – und, nicht zu unterschätzen: mit kleinen, aber feinen lokalen Veranstaltungen. Hierzu gehörte zweifelsohne „Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft“, eine Reise in die Welt der Romantik mit der Märchenerzählerin Ingeborg Tophinke und der Flötistin Elke Andersen.

80 Besucher lauschten am Sonnabendnachmittag den Erzählungen Tophinkes und den Klängen Andersens im Apfelgarten der Vicelingemeinde. „Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr freuen wir uns, Ingeborg Tophinke und Elke Andersen auch dieses Mal für unser Programm gewonnen zu haben“, freute sich Heide Mader vom lokalen SHMF-Beirat, der das Kleinod präsentierte.

Mit einem Lied von Felix Mendelssohn stimmte Elke Andersen das Publikum auf das erste Märchen ein. In gewohnt lebhafter Darstellung erzählte Ingeborg Tophinke von der bedingungslosen Liebe einer jungen Frau aus Schottland zu einem Elfenritter. Wilhelm Hauffs Märchen „Kalif Storch“ schien es Tophinke besonders angetan zu haben. Obwohl sie viele Passagen des Originals kürzen musste, erzählte sie mit nuancierter Sprache und ausdrucksstarker Gestik die Geschichte des Kalifen von Bagdad und seines Großwesiers, die sich durch die List eines Widersachers in Störche verwandeln. Passend dazu erklangen kleine Stücke aus der Oper „Lakmé“ von Léo Delibes. „Lakmé ist ein typisches Beispiel für die Opern der Romantik, und da diese Epoche ein Motto des Nachmittags ist, habe ich es in meine Musikauswahl genommen“, erklärte Andersen ihrem aufmerksamen Publikum.

Die Kirchturmuhr schlug bereits halb fünf, als Ingeborg Tophinke nach der Pause den zweiten Teil der Veranstaltung mit Clemens Brentanos Märchen vom Murmeltier einläutete. „Die Märchen der Romantik sind nicht einfach zu erzählen. Sie verlangen den Zuhörern große Aufmerksamkeit ab. Dafür belohnen sie mit raffinierten Details und subtiler Gesellschaftskritik“, erläuterte die Erzählerin ihre Auswahl. „Lesen Sie Hauff! Lesen Sie Brentano!“, gab sie ihren Gästen am Ende mit auf den Weg. Das Publikum, unter ihnen 30 Senioren, die mit Unterstützung des Vereins Herbstsonne gekommen waren, nahmen diesen Vorschlag gerne an.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen