Holstenköste Neumünster : Rollende Schmuckstücke

Einen Cadillac LaSalle Baujahr 1937 sieht man nicht alle Tage.
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Einen Cadillac LaSalle Baujahr 1937 sieht man nicht alle Tage.

Auf der 43. ADAC-Veteranenfahrt rollten 92 zwei- und vierrädrige Oldtimer über die 100 Kilometer lange Strecke. Wetterfeste Fans knipsten und staunten.

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11. Juni 2018, 10:00 Uhr

Neumünster | Auf dem blank geputzten schwarzen Lack des Ford A Tudor Sedan glänzten und rollten die Wassertropfen. „Ich fahre auch bei Regen, das Auto ist ein Gebrauchsgegenstand“, sagte Eckhard Stave. Der schmucke Oldtimer Baujahr 1930 war einer der vielen Hingucker der 43. Internationalen ADAC-Veteranenrallye auf der Holstenköste am Sonntag. 92 der 98 angemeldeten zwei- und vierrädrigen Schmuckstücke vergangener Tage machten sich auf die etwa 100 Kilometer lange Strecke durchs Umland.

„Man kommt mit vielen Menschen ins Gespräch, wenn man mit so einem Auto durch die Gegend fährt“, schmunzelte Stave, der mit seinem Schwiegersohn Marcus Kähler die Tour fuhr. Er ließ einmal die quäkende Ford-Hupe aufquietschen – zum Entzücken der vielen Zuschauer.

„Wir haben mit dem Regen ein bisschen den Staub gebunden, wie wir Norddeutschen sagen“: Wie immer moderierte Jürgen von Schassen locker-launig die Präsentation der automobilen Schönheiten. Ob der galoppierende Mustang auf dem Kühlergrill, blitzende Speichen, die lustigen „Schlafaugen“ oder der „brabbelnde“ Motor – zahlreiche wetterfeste Fans bestaunten die rollenden Schmuckstücke. Heiße Sportcoupés, alte Feuerwehrautos, wuchtige „Schlitten“ wie ein Opel Admiral oder ein Cadillac LaSalle, die gerade einmal um Haaresbreite auf die Rampe passten, oder ein kugeliger Fiat 500 Cabrio, Baujahr 1970 – alle wurden geknipst und bewundert. Letzteren fuhr Rosi Jerratsch mit ihrem Mann Wolfgang als Beifahrer: „Das war mein erstes Auto, das hatte ich mit 18“, sagte die 59-jährige Kielerin und knatterte mit ihrem Wägelchen von dannen.

Eine von den vielen Zuschauern waren Simon Bock (19) und seine Mutter Heike (49) aus Wittorf. „Er ist ein Autofreak, das hat er von mir. Autos waren immer schon meine Welt. Auto zu fahren ist ein Lebensgefühl“, lachte die Mutter. Sohn Simon schätzt an den alten Wagen, „dass die Technik offener als bei den modernen ist.“ Die beiden waren extra zur Veteranenrallye gekommen und zollten den Oldtimer-Besitzern ihren Respekt: „Wenn man solche Autos sieht und überlegt, wie hingebungsvoll sie Geld investieren, um sie zu erhalten.“ Und jeder Wagen hat seine Geschichte : Als ein Ford Capri, Baujahr laskd vorbeirollte, lächelte sie: „Das war der Wagen meiner Kindheit.“

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