Gartenstadt : Rodung auf der Stock-Guss-Fläche war rechtmäßig

Wie es auf dem ehemaligen Stockguss-Gelände an der Rendsburger Straße weiter geht, steht bislang noch in den Sternen.
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Wie es auf dem ehemaligen Stockguss-Gelände an der Rendsburger Straße weiter geht, steht bislang noch in den Sternen.

Die Abholzung eines rund 300 Meter langen Grünstreifens hatte für Aufregung gesorgt. Stadtplaner Bernd Heilmann erläuterte im Stadtteilbeirat die Hintergründe.

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30. Januar 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Die Abholzung eines fast 300 Meter langen Grünstreifens auf dem ehemaligen Stock-Guss-Gelände sorgte am Mittwoch erneut für Diskussionen im Stadtteilbeirat Gartenstadt. Stadtplaner Bernd Heilmann bestätigte im vollbesetzten Gemeinschaftshaus an der Domagkstraße aber, dass die Rodung rechtmäßig erfolgt sei.

„Es handelt sich um ein privates Grundstück, auf dem der Eigentümer kleinere Sträucher und Bäume beseitigen darf, soweit das Naturschutzgesetz davon nicht betroffen ist. Darin ist festgelegt, dass ortsbildprägende Bäume zu erhalten sind“, sagte er. Die Naturschutzbehörde hat drei Baumgruppen auf dem Gelände bestimmt, die erhalten werden müssen. Eine von ihnen fiel jedoch vor Kurzem dem Sturm zum Opfer.

Auf der Sitzung des Stadtteilbeirats im November hatten sich Anlieger beschwert, dass ihnen der komplette Lärm- und Sichtschutz abhanden gekommen sei (der Courier berichtete). Für Unmut hatte auch gesorgt, dass die Zone gerodet worden war, obwohl sie im Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesen ist. Stadtplaner Bernd Heilmann erklärte dazu: „Der Flächennutzungsplan ist ein Entwicklungskonzept für die Bodennutzung und hat keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber dem Eigentümer. Der Abstand zwischen einer wohnlichen und baulichen Fläche ist nicht verpflichtend.“

Heilmann äußerte sich auch zum weiteren Vorgehen auf dem Gelände: „Als nächstes werden wir auf den Eigentümer zugehen und feststellen, ob es Konzepte oder Anträge für die Nutzung des Grundstückes gibt. Es gibt derzeit bereits eine Interessensbekundung hinsichtlich einer großflächigen Einzelhandelsnutzung“, sagte der Stadtplaner. Diese Anträge werden nach einer Prüfung durch die Verwaltung dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss vorgelegt.  Damit die Pläne realisiert werden können, müsste für das Gebiet ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Nach dem förmlichen Aufstellungsbeschluss würde dann die Öffentlichkeit beteiligt, vermutlich im Rahmen einer Stadtteilbeiratssitzung. „Wir wollen in einem geordneten Verfahren über die Fläche reden“, so Heilmann. Die Stadtplanung werde den Bürgern zum gegebenen Zeitpunkt ihre Anträge vorstellen. 

Weiteres Thema im Stadtteilbeirat war die Schulwegsicherung zwischen dem Stoverseegen und der Rintelenstraße. Anwohner haben sich bereits mehrfach darüber beklagt, dass die Beleuchtung auf dem Weg zur Schule unzureichend sei. „Meine Tochter fühlt sich besonders im Winterhalbjahr sehr unwohl. Als es die Fußgängerbrücke an der alten Rendsburger Straße  noch gab, haben wir sie problemlos alleine auf den Weg geschickt. Es ist momentan auch für uns als Eltern eine Belastung, dafür zu sorgen, dass unser Kind sicher zur Schule kommt“, sagte ein Anwohner aus dem Stoverseegen. Beiratsmitglied Kurt Feldmann-Jäger  hatte sich bei einer Begehung mit einem Elternteil  bereits ein Bild von der Situation gemacht und bestätigte das Problem: „Es fehlen mindestens zwei Lampen“, sagte der SPD-Vertreter. Einstimmig forderte der Beirat die Verwaltung auf,  den Weg sicherer zu gestalten.

Ebenfalls einstimmig angenommen wurde der Antrag von Steffen Druschke (CDU), einen eingefriedeten Hundefreila„uf in der Gartenstadt zu errichten. In Frage käme  ein kleiner Bereich im Osterhofpark, etwa  das Gebiet zwischen dem Gemeinschaftshaus und der Bahnstrecke. „Wir haben in der Gartenstadt zahlreiche Hundehalter, die ihren Vierbeinern gerne ein unbeschwertes Herumtollen ohne Leine ermöglichen wollen. Fußgänger, Radfahrer und Halter von angeleinten Hunden sollen sich gleichzeitig nicht belästigt fühlen. Ein Hundefreilauf käme  den Bedürfnissen aller zu Gute“, sagte Druschke.

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