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Holsteinischer Courier

14. Dezember 2017 | 02:09 Uhr

Gerichtsbericht : Rocker-Streit vor Gericht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Drei Männer aus Kreisen der verbotenen „Bandidos Neumünster“ sollen einen Kontrahenten verprügelt haben.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 07:30 Uhr

Neumünster | Es ist ein Fall aus der Hochzeit des Rockerkriegs. Am 8. Dezember 2009 wurde ein Mann (52) in der Gaststätte Titanic an der Friedrichstraße brutal angegriffen. Seit gestern müssen sich drei Männer vor dem Kieler Landgericht verantworten.

Zwei von ihnen spielten bei den mittlerweile verbotenen „Bandidos Neumünster“ eine Rolle. Es sind der ehemalige NPD-Landesvorsitzende Peter Borchert (41) und Alexander H. (34). Der dritte im Bunde, Nils H. (32,) ist den Unterstützerkreisen der „Bandidos“ zuzurechnen. Ein erster Prozess war im September 2014 geplatzt, nachdem weitere Zeugenaussagen aufgetaucht waren (der Courier berichtete).

Während Peter Borchert und Nils H. gestern schwiegen, ließ Alexander H. seinen Anwalt eine Einlassung verlesen. Darin entlastete er die Mitangeklagten. Vom Sohn des Kneipenwirts will er einst erfahren haben, dass eine Mannschaft mit „Hells-Angels“-Sympathisanten und somit direkte Rocker-Kontrahenten in der Gaststätte an einem Dart-Turnier teilnehmen wollten. Deshalb habe man geplant, „dort Flagge zu zeigen“, aber von Gewalt sei keine Rede gewesen. „Peter Borchert wollte nicht mitmachen“, hieß es. Und Nils H. sei „wohl nicht dabei gewesen, nur andere ‚Bandidos‘“.

Als Alexander H. in der Titanic einen Mann in typischer Hells-Angels-Kleidung gesehen habe, sei ihm eine andere Rockerauseinandersetzung eingefallen, bei der ein Freund mit seinem Motorrad von der Autobahn 7 gedrängt und schwer verletzt worden war. Da sei er aggressiv geworden und habe zugeschlagen, ließ Alexander H. ausrichten. Er entschuldigte sich bei dem Opfer und bot ein Schmerzensgeld an.

Das Opfer, Hausmeister im Kieler Eros-Center, das den „Hells-Angels“ zuzurechnen ist, schilderte, wie er überraschend beim Warmspielen einen Schlag ins Gesicht bekommen habe. „Dann ging das Licht aus“, so der Kieler. Laut Anklage soll er noch mit dem eigenen Gürtel geprügelt worden sein. Der Mann wurde schwer verletzt. Der Prozess wird fortgesetzt.

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