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Besondere Auszeichnung : Rock gegen Rechts soll weitergehen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie tagte jetzt im Rathaus. Der Rechtsextremismus war ein Thema der Sitzung. Die Verwaltung soll ein Zertifikat für die interkulturelle Öffnung erhalten.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2013 | 08:15 Uhr

Sowohl besorgniserregende Tendenzen, als auch Entwicklungen, die Mut machen, kamen am Montagabend beim Treffen des Runden Tisches für Toleranz und Demokratie in Rathaus zur Sprache. Schwerpunkt der Sitzung zahlreicher Vertreter der Stadt, aus Politik, Verbänden und Institutionen war an diesem Abend die Entwicklung des Rechtsextremismus in der Stadt. Zugleich freuten sich die Mitglieder über ein besonderes Zertifikat.

„Es wühlt auf, dass die NPD seit der Kommunalwahl in der Ratsversammlung sitzt und die rechte Szene ihre Veranstaltungen im Neonazi-Treff ‚Club 88‘ oder in der Kneipe Titanic in den Mantel der Scheinbürgerlichkeit hüllt“, hieß es auf der einen Seite. Doch gleichzeitig machte es den Mitgliedern des Runden Tisches Mut, dass beim ‚Rock gegen Rechts‘ am 31. August bis zu 2500 Neumünsteraner friedlich ein Zeichen gegen Rechts setzten. „Das politische Klima war durch das Festival geprägt“, erklärte Dr. Christof Ostheimer zufrieden. Eine Neuauflage der multikulturellen Musikveranstaltung soll es deshalb im Jahr 2015 geben. Ziel sei es, ein Programm zu entwerfen, das die eigentliche Zielgruppe der Jugendlichen noch stärker erreicht, so die Mitglieder.

Von einer weiteren positiven Entwicklung hatten die Vertreter der Stadt, allen voran Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, erst am Tag der Sitzung erfahren: Neumünster ist eine von 15 bundesweit ausgewählten Kommunen und Wohlfahrtsverbänden, die sich die kulturelle Öffnung der Verwaltung zertifizieren lassen dürfen. Laut Udo Gerigk von der Koordinierungsstelle für Integration geht es dabei darum, sowohl die hier lebenden Ausländer als auch Flüchtlinge, die nur kurzzeitig in der Landesunterkunft am Haart untergebracht sind, möglichst optimal zu integrieren. Es ist wichtig, den gesamten Prozess besser zu verzahnen, hieß es. Der Begleitprozess auf dem Weg zur Zertifizierung läuft ein halbes Jahr. Auch Tauras freute sich: Dieser Prozess sei hilfreich, um bestehende Strukturen zu festigen, gewisse Standards zu entwickeln und das eigene Tun zu reflektieren, meinte er.

In Hinblick auf die gesamte Entwicklung in der Stadt stellte der Vorsitzende des Runden Tisches, Henning Möbius , klar: „Es gibt hier viele Menschen, die sagen: ‚Wir würden gerne deutlicher zeigen, dass wir offen sind‘.“


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