zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 15:44 Uhr

Vogelwarte : Ring-Ausweise für Dohlen

vom

Erstmalige Beringung von Dohlenküken in Schleswig-Holstein. Kooperation von Stadt und Vogelwarte.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 07:36 Uhr

Neumünster | Leiter rauf, Nistkasten auf, vorsichtig die Vogelkinder in die Stofftasche hinein und wieder die Leiter runter: Matthias Haupt, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland, hatte gestern auf dem Südfriedhof alle Hände voll zu tun. Er beringte 72 junge Dohlen. Ihm zur Seite stand der Ornithologe Andreas Zours von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg (OASH), der alles genau notierte. Es ist die erste Dohlen-Beringungsaktion im Land. Neumünster hat mit 240 Brutpaaren den höchsten Bestand Schleswig-Holsteins.

"Wir wollen erforschen, wie gut der Bruterfolg ist, wie viele Junge ausgebrütet werden, wie die Lebensdauer ist und welche Wanderungsbewegungen es gibt. Die Ringe sind wie Personalausweise", sagte Haupt. Die Aktion ist eine Kooperation der Stadt und der Vogelwarte; Friedhofs-Verwaltungschef Dieter Schröder und Anja Schubring von der unteren Naturschutzbehörde verfolgten gespannt, wie Haupt die etwa drei Wochen alten Dohlenküken behutsam zurück in ihre Nester setzte. "Dohlen können 20 Jahre alt werden", erzählte Helmut Schwarten von der OASH.

Dohlen stehen auf der roten Liste bedrohter Tierarten. Daher werden seit 2010 in Neumünster Nistkästen für Dohlen aufgehängt, finanziert werden sie von der Naturschutzbehörde. Zehn sind auf dem Südfriedhof, 123 im Stadtgebiet, davon 80 besetzt. Da sich sonst Tauben einnisten können, dürfen die Schlupflöcher der Kästen maximal einen Durchmesser von acht Zentimetern haben. Außerdem leben 160 Brutpaare in Nischen und Schornsteinen. Nach vier bis sechs Wochen verlassen die Jungen das Nest, werden zu "Ästlingen". "In dieser Phase sind sie besonders gefährdet durch Katzen. Wer junge Dohlen findet, sollte sie zurück in den Baum setzen", riet Haupt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen