Ausstellung : Riesenwort und Minifiguren

Vor der riesigen Wortskulptur „huch“ des Künstlers Rupprecht Matthis aus Hamburg versammelten sich (von links) der Künstler, das Stifter-Ehepaar Herbert und Birgit Gerisch und das Sammler-Ehepaar Gunda und Peter Niemann, die Klaus-Groth-Schüler (vorne) mit den Kuratoren und Kristin Danger, Kunsthistorikerin der Gerisch-Stiftung (rechts).
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Vor der riesigen Wortskulptur „huch“ des Künstlers Rupprecht Matthis aus Hamburg versammelten sich (von links) der Künstler, das Stifter-Ehepaar Herbert und Birgit Gerisch und das Sammler-Ehepaar Gunda und Peter Niemann, die Klaus-Groth-Schüler (vorne) mit den Kuratoren und Kristin Danger, Kunsthistorikerin der Gerisch-Stiftung (rechts).

Gerisch-Stiftung: Teil 2 der Ausstellung „Vom Großen und Ganzen – Sammlung Haus N“ startet

shz.de von
07. August 2015, 17:00 Uhr

Neumünster | „Huch“ – im Gerisch-Park inmitten von lauschigem Grün ragt dieses Wort knallrot und riesig empor und gibt den Besuchern das Gefühl von Staunen und Überraschung beim Anblick von so viel Kunst. Die fünf Meter lange Wortskulptur ist einer der unübersehbaren Hingucker im zweiten Teil der Ausstellung „Vom Großen und Ganzen – die Sammlung Haus N“, die am morgigen Sonnabend in der Gerisch-Stiftung um 15 Uhr eröffnet wird.

Gestern stellten das Stifter-Ehepaar Birgit und Herbert Gerisch mit den Besitzern der Sammlung „Haus N“, Gunda und Peter Niemann, sowie den Kuratoren vor, was die Besucher bei der Kunstschau mit 85 Werken von über 70 Künstlern erwartet. Das Besondere: Im Gegensatz zum ersten Teil, der von der Kunsthistorikerin Kristin Danger, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Gerisch-Stiftung, zusammengestellt wurde, haben bei Teil II fünf Kuratoren und die Kunstklasse der Klaus-Groth-Schule mit ihrer Lehrerin Ute von Bülow bestimmt, was zu sehen ist. Sie bekamen als Fundus, aus dem sie schöpfen konnten, die über 220 Kunstwerke der Sammlung, trafen voneinander unabhängig und ohne Vorgabe ihre persönliche Auswahl. „Es ist erstaunlich, dass es nur sechs Doppelungen mit Teil 1 gab. Drei davon sind Skulpturen“, sagt Kristin Danger, die die Wünsche und Fragen aller Kuratoren koordinierte.

Je nach Herkunft aus Kunst, Wirtschaft oder Schule haben die Kuratoren ganz unterschiedlich gestaltet. Künstler Professor Peter Nagel, von Haus aus Maler, gestaltete „als ob man ein Bild malt, ich baute Spannungen auf, stellte Groß gegen Klein“ und war angetan vom Türkis des Badezimmers in der Villa Wachholtz. An der Badewanne klettern die roten Miniatur-Figuren von Wang Shugang empor – eines der vielen Details, die es zu entdecken gibt. Erst überfordert von der Kunst-Flut war Dieter Witasik (Overbeck-Gesellschaft, Lübeck), wählte dann „aus dem Bauch heraus“ und gestaltete im 1. Stockwerk auf die Farbe Rot abgestimmt. Weitere Kunst-Räume sind der Pferdestall mit einer Installation, bei der Kleopatras Liebeslieder in neun Sprachen mit der Stimme von Marguerite Humeau erklingen, und die Galerie. Die Groth-Schüler waren die Gestalter im „Efeu-Haus“ auf der anderen Straßenseite. Im Außenbereich leuchtet das große „Huch“; vor der Villa unter Bäumen liegt das „Große Brot“ von Uwe Gripp aus Sandstein – unscheinbar, aber mit 1,2 Tonnen Gewicht eine logistische Herausforderung.

Kreative Zugabe zur Ausstellung ist die „Kuratorenkunde 1“ mit Gedanken, Skizzen und Notizen, die in der „Sammlung Haus N“ in der Reihe „Texte zur Welt – wie sie ist und wie sie sein sollte“ erscheint. Die „Blauen Hefte“ werden traditionell verschenkt, nicht verkauft, Besucher erhalten sie gratis, erklärte Kristin Danger. Am Sonnabend, 19. September, um 19 Uhr lesen Autoren aus diesen Heften (Eintritt frei).

www.gerisch-stiftung.de

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