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Pflanzen-Plage : Riesenbärenklau ist nicht auszurotten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadt bekämpft konsequent die giftige Staude an bekannten Standorten / Doch an unzugänglichen Stellen siedelt sie sich immer wieder an

Neumünster | Wenn Anja Schubring durch die Gegend fährt, schaut sie immer aufmerksam auf das Grün am Wegesrand. Die Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde hat den Riesenbärenklau im Blick. Die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Staude ist giftig für den Menschen und hat sich dank ihrer Fruchtbarkeit rasend schnell verbreitet. Seit 1997 bekämpft die Stadt die Staude – mit Erfolg. Doch an unzugänglichen Stellen wie an Gewässern oder im tiefen Gebüsch entstehen immer wieder neue Ansiedlungen – „das ist ein Kampf wie gegen Windmühlenflügel“, sagt Anja Schubring.

Anfassen reicht schon: Die Pflanze enthält giftige Substanzen namens Furanocumarine, die im Kontakt mit der Haut unter Einfluss von Sonne phototoxische Wirkungen entfalten. Rötungen, Schwellungen und Blasen sind die Folge. 38 Standorte waren der Stadt vor Jahren bekannt; wie viele es aktuell sind, steht nicht genau fest. „Dort, wo wir konsequent bekämpfen, kriegen wir die Staude klein. Aber es reicht schon eine Pflanze, um wieder neue Kolonien entstehen zu lassen, denn eine Pflanze kann Hunderte von Samen ausstreuen. Wir können keine Entwarnung geben, man darf nicht nachlassen und muss regelmäßig kontrollieren. Die Staude ist einfach nicht auszurotten“, sagt Anja Schubring.

Und das Problem ist von Menschenhand gemacht: Weil der Riesenbärenklau eine so imposante Erscheinung ist, führten ihn einst Adlige ein, um ihre Gärten damit zu schmücken. Jetzt hat sich die Staude zu einer Plage entwickelt. Auf öffentlichen Flächen mähen die Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums zweimal im Jahr die ihnen bekannten Standorte.

Anja Schubring bekommt aber auch Anrufe von privaten Hausbesitzern. Sie schickt ein Merkblatt zum Thema und berät: „Zu 98 Prozent zeigen sich die Betroffenen einsichtig.“ Die Regeln im Umgang mit der Pflanze sind klar: Wer die Staude auf öffentlichen Gelände findet, soll die Stadt informieren (Tel. 9 42  27 75). Wer sie in seinem Garten beseitigen will, sollte dies an einem regnerischen Tag tun, sich Schutzkleidung anziehen, soweit wie möglich die Pflanze abschneiden und, falls möglich, auch die Wurzel herausstechen. Denn diese ist tief und sorgt für immer neue „Ausbrüche“. Die abgeschnittenen Teile dürfen nicht offen herumliegen, da sie noch streuen könnten, sondern müssen in die Restmülltonne. Doch es ist ein Sisyphos-Kampf: „Das Stadtgebiet ist eine Insel, und wir haben unsere Mitarbeiter, die sich um das Problem kümmern. In den Landkreisen hat man das Problem weniger im Griff, und so bekommen wir immer wieder die Samen hereingeflogen. Auch an den Bahnstrecken kann man große Vorkommen sehen. „Die müssen und wollen was tun, aber die Bahn ist halt eine zentral gesteuerte Behörde“, so Anja Schubring.

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