Polizeishow in den Holstenhallen : Riesen-Jubel für letzten Show-Einsatz

'Alle haben einen Superjob gemacht': Die Organisatoren Dieter Höft (links) und Rüdiger Schwarz dankten dem Team.
1 von 7
"Alle haben einen Superjob gemacht": Die Organisatoren Dieter Höft (links) und Rüdiger Schwarz dankten dem Team.

5600 Zuschauer feierten frenetisch die Akteure bei der 60. Polizei-Schau. Es war eine gelungene Mischung aus Akrobatik, Musik und Komik.

Avatar_shz von
26. November 2012, 12:15 Uhr

Neumünster | Es krachte und böllerte, Funken stoben über die über 350 Akteure im Finale. Glitzerndes Konfetti regnete, das Publikum brach in frenetischen Jubel aus: In zwei Vorführungen erlebten 5600 Zuschauer die letzte "Neumünster - Die Show" (ehemals "Polizei & Show") in den Holstenhallen. Zum 60. und letzten Mal gelang mit einer mitreißenden Mischung aus hochkarätiger Gymnastik, aus komischen und extrem sportlichen Trampolin-Nummern, poetischen Träumereien in luftiger Höhe, schmissigen Märschen und schweren Maschinen ein absolut gelungenes Finale der Traditionsveranstaltung.

Sport, Musik, Akrobatik, Lustiges und geballte Polizei-Präsenz: Die Macher Dieter Höft - seit 34 Jahren im Organisationsteam - und Rüdiger Schwarz hatten bewusst ein mit Klassikern bestücktes Programm auf die Beine gestellt. Über 100 ehrenamtliche Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf vor und hinter den Kulissen. Nach dem schmissigen Einzug des Mädchen-Musikzuges mit "Military Escort" erzählten die Roten Hosen des SV Tungendorf mit Lichtern und Menschenpyramiden zum "Unheilig"-Song von den "Lichtern der Stadt". Absolute Weltklasse demonstrierten die jungen Hochleistungssportler von "Talentholdet" aus Dänemark mit Speed-Seilspringen, Überschlägen und kraftvoll-rasanten Flic-Flacs und Salti - die Halle tobte. Ähnlich rasant verwandelten sich die "Allstar"-Basketballer in menschliche Flummies.

Für leise Töne sorgte Moderator Herr Niels, der in einer poetischen Symbiose mit Rhönrad-Künstlerin Iris Nachbar den Traum dänischer Verkehrspolizisten inszenierte - jenseits von Hektik im Rad kreiseln, das Leben in Zeitlupe träumen. Ähnlich erlebte das Publikum die akrobatisch-leichte Geschichte der "Fliegenden Sachsen" mit Tuchakrobatik und Bungee-Jumping in Zeitlupe, in dem es zu Klassik-Klängen um romantische Gefühle und Leidenschaft ging. Einen fröhlichen Tag in Neptuns Reich erzählten die 77 Akteure der Gymnastik- und Freizeit-Gemeinschaft Steilshoop entzückend mit tanzenden Quallen, Seepferdchen und Meerjungfrauen. Urkomisch und sportlich zugleich: Die "Flying Bananas", die als Ernie und Bert ihren Sesamstraßen-Schabernack auf dem Trampolin trieben.

Die Polizei durfte nicht fehlen. Beim lustigen Hundeschnauzspiel inszenierte die Polizeihundestaffel Hamburg eine Partie gegen "böse Jungs" aus der Justizvollzugsanstalt Neumünster. Mit Sprints und Hechtsprüngen kämpften die vierbeinigen "Polizisten" Chiwa, Frank, Brandon und ihre Gegenspieler um den Ball. Schiedsrichter Heiko Valli verteilte gelbe Karten wegen Ziehens am Fell oder gestreckter Pfote. Fasziniert verfolgten die Zuschauer, wie sich die Motorradstaffel Hamburg auf ihren schweren Maschinen förmlich "stapelte". Tobenden Beifall bekamen die "Flying Grandpas", die Salto Mortale am laufenden Band präsentierten - inklusive laszivem Polizisten-Strip mit Joe-Cocker-Flair.

"Behalten Sie uns in guter Erinnerung", appellierte Rüdiger Schwarz und dankte seinen Mitstreitern, die ebenso wie er "Überzeugungstäter" seien. Nach 60 Jahren Schluss - für Rüdiger Spahr (57), langjähriger Leiter der Motorradstaffel Hamburg, eine "falsche Entscheidung, die von diskussionsbereiten Politikern hinterfragt werden muss". Diese Show sei eine Chance, für die Polizei Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und "zu demonstrieren, dass hinter den Uniformen Menschen stecken, die kreativ sind".

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen