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Sonnenfinsternis : Riesen-Ansturm auf die Schutzbrillen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der ganzen Stadt sind die Schutzbrillen, die zum Betrachten der Sonnenfinsternis unerlässlich sind, ausverkauft.

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erstellt am 19.Mär.2015 | 06:30 Uhr

Neumünster | Wenn sich der Mond morgen Vormittag zwischen Erde und Sonne schiebt, werden viele Neumünsteraner in die Röhre schauen. In der ganzen Stadt sind die Schutzbrillen, die zum Betrachten der Sonnenfinsternis unerlässlich sind, ausverkauft.

Die Nachfrage ist dennoch ungebrochen. „Hier klingelt permanent das Telefon“, bestätigt Regine Mückenheim, die in ihrem Geschäft am Kuhberg gar keine Exemplare im Angebot hatte. „Wir wussten nicht, ob die Brillen wirklich sicher sind, und diese Verantwortung wollten wir nicht übernehmen“, sagt sie. Auch in der Fielmann-Filiale am Großflecken wurden keine Schutzbrillen angeboten, da sie laut Mitarbeiterin Jana Kohls nicht den Sicherheitsstandards des Unternehmens entsprechen.

Bei Optiker Bode am Kuhberg waren 50 Exemplare erhältlich, „aber die waren innerhalb einer Stunde ausverkauft“, sagt Laura Tesch, die gestern zahlreiche Kunden enttäuschen musste. „Wir hatten schon vormittags 20 Anfragen“, sagt die Augenoptikergesellin.

Ähnliches bestätigt auch Optikermeisterin Katja Meyer von Brillen-Wittig: „Die Nachfrage ist groß, aber wir hatten nur 20 bis 30 Brillen vorrätig, die alle vergriffen sind.“ Ihr Chef, Geschäftsinhaber Bernd Cordes, warnt davor, auf selbstgebastelte Lösungen zurückzugreifen. Die Gefahr, langfristige Augenschäden zu riskieren, sei zu groß. Auch eine normale Sonnenbrille reiche keinesfalls aus.

Eine letzte Chance, die Sonnenfinsternis sicher zu bestaunen, gibt es allerdings noch. Astronomen der VHS-Sternwarte werden morgen von 9 bis 12 Uhr auf dem Großflecken mehrere professionelle Fernrohre mit Spezialfiltern aufstellen, die von Passanten unter Anleitung genutzt werden dürfen. „Außerdem haben wir rund zwei Dutzend Schutzbrillen im Gepäck, die wir vor Ort verleihen werden“, kündigt Sternwarten-Leiter Marco Ludwig an.

Für die Stromversorgung im Land könnte die Sonnenfinsternis zu einem wahren Stresstest werden. Wenn sich der Himmel verdunkelt, werden zahlreiche Photovoltaikanlagen ausfallen (der Courier berichtete). Die Stadtwerke sehen sich auf das morgige Naturschauspiel allerdings gut vorbereitet. Mögliche Schwankungen würden durch Regelenergie ausgeglichen, sagte SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt: „Bei einem Spannungsabfall geben wir etwas mehr Gas, bei einem Anstieg steigen wir auf die Bremse. Dieser Ausgleich passiert permanent. Man muss sich das wie bei einem See vorstellen, der nie gleich voll ist. Für uns ist daher nur die Art des Ausmaßes eine besondere Situation.“

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