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Boostedt : „Richtig überzeugend sind sie nicht“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

110 Besucher hörten Folk von den HH-Vikings im Hof Lübbe. Zusammenspiel ließ zu wünschen übrig.

Boostedt | Die Gruppe HH-Vikings trat am Sonntag im Boostedter Kultur- und Förderverein Hof Lübbe auf, und 110 Besucher hatten ihren Spaß – auch wenn wohl nicht jeder eingefleischte Folk-Liebhaber dabei auf seine Kosten kam.
Gemeinsam mit dem HH-Viking-Urgestein Hajo Ebertz (Gitarre, Gesang, Bodrhán – irische Rahmentrommel) standen Torkil Bahler (Gitarre, Gesang), Harry Johannsen (Gitarre, Gesang) und Benni Flux (Geige) auf der Bühne. Allesamt sind die Vier sicherlich erfahrene Musiker, die ihr Instrument beherrschen. Aber letztlich eben doch keine eingespielte Gruppe, der man das homogene Gefühl für Folkmusik aus Amerika und Irland wirklich abnahm.

„Die Lieder sind zwar Folk, aber richtig überzeugend sind sie nicht“, war denn auch mehrfach aus dem Publikum zu hören. Wirklich retten konnte diesen Eindruck auch nicht die markante Stimme von Hajo Ebertz, bei der man sich aufgrund seiner offenherzigen Plaudereien durchaus fragen durfte, welcher Whisky-Marke er diese wohl zu verdanken hat.

Gut aufgefangen wurde dieser Eindruck allerdings durch die Wahrhaftigkeit, mit der die Musiker agierten sowie die Auswahl bekannter Stücke, die den Besuchern, insbesondere im zweiten Teil des Konzertes Gelegenheit gaben, mitzusummen und mitzusingen.

Dies galt für den von Torkil Bahler in schmachtender Elvis-Manier vorgetragenen „Dany Boy“ ebenso wie für das von Pierre Kartner (Vader Abraham) geschriebene „In’t kleine café aan de haven“, das als „Die kleine Kneipe“ mit Peter Alexander in den 70er-Jahren in Deutschland bekannt wurde. An Ende riss es dann noch einmal (und das klappt ja immer) „The wild Rover“ im Wechsel mit dem deutschen Text „An der Nordseeküste“ heraus, sodass es letztlich nicht am Applaus für die HH-Vikings fehlte.

Musikalisch getragen, im Sinne von Können und Spielfreude, wurde dieses Konzert allerdings vor allen Dingen von Benni Flux und seiner fast 200 Jahre alten böhmischen Geige, die der Fiddler, wie er erzählte, seit seiner Konfirmation sein Eigen nennt.  



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