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Holsteinischer Courier

19. August 2017 | 13:41 Uhr

Richtfest für das "Leuchtturmprojekt"

vom

21 Millionen Euro werden investiert / Arbeiten an der Holstenhalle liegen im Zeitrahmen / In vier Wochen soll die Nordbau eröffnet werden

Neumünster | Polier Jochen Herrmann musste drei Mal Anlauf nehmen, bis das Schnapsglas nach dem Richtspruch endlich zerbarst. Doch das war gestern die einzige Panne beim Richtfest auf der Galerie des neuen Zentralfoyers der Holstenhallen. Die Arbeiten liegen trotz des großen Zeitdrucks im Soll. Schließlich wird in vier Wochen die Nordbau ihre Tore öffnen.

Nordeuropas größte Baufachmesse, aber auch die internationalen Pferdeveranstaltungen und Bälle sind "ein Imageträger für die Region", sagte Dirk Iwersen, der Chef der Hallenbetriebe, beim Festakt vor prominenten Gästen. Die Holstenhallen, vor allem die große 1939 als Viehauktionshalle gebaute Halle 1 , sind in die Jahre gekommen. "Die gesamte Infrastruktur ist mit dem Wachstum der Veranstaltungen und der Besucher nicht mitgekommen", sagte Iwersen.

Ein knappe Million Besucher bei mehr als 800 Veranstaltungen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Doch ohne die 21-Millionen-Euro-Investition in eine grundlegende Modernisierung "wäre ein weiteres Wachstum, wahrscheinlich sogar das Halten von Veranstaltungen nicht möglich", sagte Iwersen und nannte den Umbau der Halle 1 und des Foyers einen "unverzichtbaren Schritt in die Zukunft".

In die gleiche Kerbe schlug Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras: "Die Holstenhallen sind der bedeutendste Besuchermagnet in Neumünster." Der OB lobte, dass die Holstenhalle ihre äußere unter Denkmalschutz stehende Hülle behält - "und somit das, was zur Tradition dieser Stadt gehört". Die Stadt habe in Zusammenarbeit mit dem Land schon die Verkehrsanbindung der Holstenhallen verbessert. Auch mit den aktuellen Planungen zur Messeachse vom Bahnhof bis zu den Holstenhallen wolle man den wachsenden Anforderungen gerecht werden.

"Hier ist das Zentrum und Schaufenster des Landes", sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und nannte die Holstenhallen ein "starkes Stück Schleswig-Holstein, aber auch der Metropolregion Hamburg". Die Veranstaltungen auf dem Messegelände stärkten den Wirtschaftsstandort. Meyer: "Die Holstenhallen sind ein Leuchtturm des Standorts Schleswig-Holstein."

Worte, die bei Dirk Iwersen und Neumünsters Spitze aus Verwaltungs- und Ratspolitik gut ankamen. Iwersen dankte der Landesregierung, Wirtschaftsminister Meyer, aber auch dessen Vorgängern für die zur Verfügung gestellten Fördermittel von rund neun Millionen Euro. Ohne sie ist ein solches Projekt nicht umsetzbar. Iwersen: "Sie dokumentieren damit die landespolitische Bedeutung der Holstenhallen."

Iwersens Dank galt auch dem Präsidenten des Unternehmensverbands Nord, Uli Wachholtz, der mit seinen Kontakten Türen geöffnet habe. Uwe Döring als Aufsichtsratschef der Hallenbetriebe habe sich von Anfang an sehr stark persönlich für die Modernisierung eingesetzt. Und nicht zuletzt bedankte sich Iwersen auch bei den Fraktionen der Ratsversammlung, die mit ihren Beschlüssen den Weg für die Zukunftsinvestition frei gemacht hatten.

Vor welche große Herausforderungen die Planer und Bauhandwerker gestellt werden, machte Architekt Jörg Huhnholz deutlich. "Wir bauen hier quasi zwischen den Veranstaltungen. Nur so können die Holstenhallen das Geld einnehmen, das sie für den Bau ausgeben", sagte er. Das ganze Gelände werde umgewühlt, dabei die Halle 1 komplett saniert, eine neue Zentralwerkstatt, ein neues Foyer und eine neue Energiezentrale gebaut. "Als im total verregneten Mai das Tonnendach der Halle 1 saniert wurde, war es drinnen zum Teil nasser als draußen", so Huhnholz.

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erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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