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Holsteinischer Courier

16. August 2017 | 20:03 Uhr

Wasbek : Rettungspuppen gehen auf Tour

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Ostholstein werden die realistisch gestalteten Exemplare mit dem Gewicht von Kleinkindern jetzt bei Übungen zum Einsatz kommen. Es gibt Anfragen aus dem ganzen Land.

Wasbek | In der Waschküche des Wasbeker Wehrführers Heinrich Kühl (62) und seiner Frau Marlen (63) wimmelte es nur so von kleinen Kindern in bunten Schneeanzügen. Doch Ole, Moritz, Nele und Philipp gehören nicht zu den Freunden ihrer Enkelin Leoni (6), sondern es sind Puppen, die für Schulungsübungen in Kitas mit U  3-Gruppen zum Einsatz kommen. Denn seit Heinrich Kühl sein speziell für diese Gruppen entwickeltes Konzept auf der Bundestagung für Brandschutzerziehung und -aufklärung in Frankfurt vorstellte, kommen Anfragen aus dem ganzen Land (der Courier berichtete).

„Als mein Mann sein Konzept erstellte, war klar, dass nicht mit den Kindern geübt werden kann. Dennoch sollte alles möglichst realistisch sein. Das hieß, die Puppen mussten unterschiedlich groß sein. Vor allem aber sollte das Gewicht dem der Kinder entsprechen“, erklärte Marlen Kühl. Da Kinder im Alter bis drei Jahre zwischen zehn und siebzehn Kilogramm wiegen, verschätze man sich leicht, wie schwer es ist, zehn Kinder zum Beispiel aus dem Fenster zu heben, erläuterte sie. Für ein solches Gewicht brauchte es natürlich eine stabile Hülle, die mit Sand befüllt werden konnte. „Und da kam mir die Idee mit den Schneeanzügen“, erzählte die findige Puppenmacherin. Beim Befüllen und Aufmalen der Gesichter wird Marlen Kühl tatkräftig von ihrer Enkelin Leoni unterstützt. Zurzeit gehört die kleine Nele zu den Lieblingen der Sechsjährigen. Letztlich jedoch sind beide auf alle „Kinder“ stolz.

„Die Puppen sind super, weil sie so realistisch sind. Und die Erzieher sind dankbar, dass wir diese Übungen mit ihnen machen. Denn die Unsicherheit in einer Rettungssituation gerade im Umgang mit den ganz Kleinen ist groß“, lobte auch Edwin Schultz, stellvertretender Fachwart für Brandschutzerziehung in Ostholstein, der die Puppen bei Kühls bestellt hatte. „Die werden jetzt durch die öffentlichen Einrichtungen reisen. Wir hoffen aber zukünftig auch auf steigendes Interesse bei den privaten Tagesmüttern“, erklärte er weiter.

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