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Brandschutzausschuss : Rettungsdienst erhält neue Beamte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Brandschutzausschuss gab sein Okay für sechs neue Stellen. Laut Gutachten müssten sogar neun zusätzliche Posten geschaffen werden.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Neumünster | Der Rettungsdienst der Stadt soll mehr Personal erhalten. Der Brandschutzausschuss gab am Dienstagabend einstimmig grünes Licht für sechs zusätzliche Stellen für Feuerwehr-Beamte mit rettungsdienstlicher Ausbildung. Sie sollen ab 1. April besetzt werden. Die endgültige Entscheidung trifft die Ratsversammlung am 31. März.

Die Zustimmung fiel den Ausschuss-Mitgliedern auch deshalb leicht, weil die Personalkosten von rund 250 000 Euro jährlich sowie die Pensionskosten komplett von den Krankenkassen übernommen werden, wie Sven Kasulke, Chef der Berufsfeuerwehr, mitteilte. Zusätzlich finanzieren die Kassen voraussichtlich ein neues Rettungsfahrzeug. Zwei weitere, die derzeit noch als Reserve im Gefahrenabwehrzentrum stehen, sollen ebenfalls aktiviert werden.

Notwendig wird das zusätzliche Personal durch stetig steigende Einsatzzahlen. Seit 2008 kamen pro Jahr 1000 Einsätze hinzu. 2014 rückte der Rettungswagen fast 20  000 Mal aus. „Die Neumünsteraner werden immer älter. Viele leben in Heimen. Dort werden vermeintliche Notfälle wegen Personalknappheit und fehlender Schulungen nicht mehr selbst abgearbeitet, es wird immer gleich die 112 gewählt“, kritisierte Kasulke. Zudem hätten sich viele Kliniken spezialisiert und würden nicht mehr alle Patienten aufnehmen. Die Folge sind weitere und zusätzliche Wege für den Rettungsdienst.

Ein aktuelles Gutachten der Krankenkassen kommt zu dem Ergebnis, dass in Neumünster sogar mehr als neun neue Stellen geschaffen werden müssten. In einer ersten von mehreren Verhandlungsrunden der Stadt mit den Kostenträgern gab es aber zunächst nur die Zusage für sechs Vollzeitkräfte. Sie sollen, wie viele Kollegen, zum neuen Berufsbild des Notfallsanitäters ausgebildet werden. „Der Notfallsanitäter kann notärztliche Aufgaben übernehmen, was Rettungsassistenten bisher nur eingeschränkt dürfen“, erklärte Kasulke.

Die Feuerwehr rückte im vergangenen Jahr zu 482 Bränden aus, das sind 34 mehr als im Vorjahr. In 978 Fällen wurde technische Hilfe geleistet. Einen wichtigen Bestandteil der Arbeit bildet nach wie vor die Brandschutzerziehung und -aufklärung. Fast 1000 Erwachsene, Jugendliche und Kinder nahmen 2014 an verschiedenen Veranstaltungen und Projekttagen teil. Dazu schulten die Mitarbeiter zahlreiche Praktikanten. In die eigene Ausbildung wurde trotz des Umzugs von der Wittorfer Straße ins Gefahrenabwehrzentrum ebenfalls viel investiert. Durchschnittlich wurde jeder Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr in 2014 rund 60 Stunden fortgebildet. Das entspricht drei vollen Wochen.

Auf eine Zahl ist Sven Kasulke ebenfalls stolz: In 95,81 Prozent der Fälle war der Rettungswagen innerhalb der vorgeschriebenen Frist von zwölf Minuten nach Alarmierung vor Ort.

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