zur Navigation springen

Mutiger Junge : Rettung aus dem eiskalten Wasser

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Schüler (13) zog einen jungen Mann (17) aus dem Faldera-Teich. Noch ist unklar, warum der Jugendliche vom Steg stürzte.

Neumünster | Das hätte schlimm ausgehen können – wenn Luis Enriqe Schulz (13) nicht zur Stelle gewesen wäre. Der Schüler aus Faldera zog am vergangenen Freitag einen jungen Mann (17) aus dem eiskalten Faldera-Teich und rettete ihm dadurch wahrscheinlich das Leben.

Der Siebtklässler, der die Gesamtschule Faldera besucht, erinnert sich noch genau an den Nachmittag. Es war kurz nach 16 Uhr. Gemeinsam mit drei Freunden kam Luis vom Schulhof. Der begeisterte Fußballer, der in Wittorf im Verein spielt, hatte dort mit seinen Kumpels ein wenig gekickt. Jetzt wollten alle nach Hause. Im Faldera-Park sah er plötzlich neben dem Steg jemanden im Wasser. „Mir war gleich klar: Zum Baden ist es zu kalt. Es waren vielleicht sechs Grad Lufttemperatur. Bei dem Wetter geht man nicht schwimmen“, erzählt Luis. Er schaute deshalb genauer hin. „Als wir näher kamen, hörte ich plötzlich Schreie“, berichtet Luis. Der Mann im Wasser rief verzweifelt um Hilfe. Er schrie panisch, er könne nicht schwimmen. Da rannte Luis los. Allein – seine Freunde hatten den Ernst der Lage noch gar nicht recht bemerkt.

Schnell war der 13-Jährige auf dem rutschigen Steg. Dort kniete er sich hin, beugte sich so weit wie möglich vor – und bekam den jungen Mann an der Kleidung zu packen. „Dann habe ich gezogen, so sehr ich konnte, seine Klamotten waren ja ganz vollgesogen mit Wasser. Das war schon ziemlich schwer“, beschreibt der Schüler den Kraftakt. Irgendwann konnte er den 17-Jährigen an Handgelenk und Ellenbogen greifen. „Kurz vor dem Steg konnte er dann wieder stehen und robbte sich hoch“, berichtet der junge Lebensretter. „Er hat immer wieder ‚danke, danke, danke‘ zu mir gesagt und sich zitternd auf die Bank gesetzt“, beschreibt Luis.

Eine Mitarbeiterin des nahe gelegenen Kindergartens war auch auf den Vorfall aufmerksam geworden und hatte inzwischen die Einsatzkräfte verständigt. Schnell war der Rettungswagen vor Ort und brachte den Unterkühlten ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Warum der junge Mann ins Wasser fiel, ist unklar. Vor Ort hatte er davon berichtet, dass er von einem Unbekannten in den eisigen Teich gestoßen worden sei. Doch die Polizei bezweifelt das. „Es wurden Zeugen befragt. Aber niemand hat eine weitere Person gesehen“, so Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Auch der junge Retter und seine Freunde haben niemanden bemerkt.

Luis, der ein begeisterter Schwimmer ist und gern mit seinem Vater ins Schwimmbad geht, ist froh, dass er dem jungen Mann in der Not helfen konnte. Auch seine Mutter Manuela (39) ist glücklich, dass ihr Sohn so mutig handelte. Nach dem ersten Schreck sind Familie und Freunde durchaus stolz. Und Luis? Der will erst mal seiner kleinen Schwester Leony Zoe (3) so schnell wie möglich das Schwimmen beibringen.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Feb.2016 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen