Ehrenamtliche Sanitäter : Retter stets in Bereitschaft

Der Blick aus dem Korb des Teleskopmastes der Berufsfeuerwehr zeigt, wie viele Retter sich  in der Sanitäts-Zeltstadt hinter dem Rathaus um verletzte und alkoholisierte Köstenbesucher kümmerten. Vor Ort waren auch zahlreiche Einsatzfahrzeuge.
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Der Blick aus dem Korb des Teleskopmastes der Berufsfeuerwehr zeigt, wie viele Retter sich in der Sanitäts-Zeltstadt hinter dem Rathaus um verletzte und alkoholisierte Köstenbesucher kümmerten. Vor Ort waren auch zahlreiche Einsatzfahrzeuge.

Ehrenamtliche Mitarbeiter sämtlicher Hilfsorganisationen arbeiteten im Sanitätsbereich auf der Holstenköste. Der erste Alkoholpatient wurde bereits um 14 Uhr gebracht.

shz.de von
16. Juni 2014, 08:30 Uhr

Neumünster | Wer auf der Holstenköste einen über den Durst trank, hatte gute Chancen, im Sanitätsbereich zu landen. Der war in altbewährter Form hinter dem Rathaus aufgebaut. Ehrenamtliche Sanitäter sämtlicher Hilfsorganisationen arbeiteten dort eng zusammen mit der Berufsfeuerwehr und dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus.

Über die Jahre war eine kleine Zeltstadt entstanden, der es an nichts mangelte. Es gab mehrere Materialcontainer, Duschen, Übernachtungsmöglichkeiten für Mitarbeiter und ein großes Behandlungszelt. „Wir haben mehrere Betten für besonders alkoholisierte Köstenbesucher. Uns stehen Betten für ‚Normalkranke‘ – etwa mit umgeknicktem Fuß – zur Verfügung und wir haben Zimmer für kleinere chirurgische Eingriffe“, erzählte Einsatzleiter Holger Wulff.

Zwei Notärzte (während des Köstenlaufs noch ein dritter) waren im Sanitätsbereich im Einsatz und nähten kleinere Platzwunden an Ort und Stelle.

Krankenschwestern aus der Ambulanz des FEK kümmerten sich (auch freiwillig und ehrenamtlich) um eine reibungslose Anmeldung. Auf dem Festgelände waren vier weitere Sanitätsstationen verteilt, zudem liefen an den vier Tagen stets Sanitäter zu dritt über die Köste und reagierten auf Notfälle. Wenn es ganz schnell gehen musste, standen neun Rettungswagen hinter dem Rathaus in Bereitschaft.

Damit die ehrenamtliche Truppe motiviert blieb, gab es immer gutes Essen – vor Ort gekocht von Ehrenamtlern des Deutschen Roten Kreuzes. Mehr als 150 Essen wurden an einem Abend ausgegeben.

„In der Regel haben wir während einer Holstenköste um die 350 Einsätze. Hauptsächlich Alkoholleichen oder Verletzte nach einer Körperverletzung“, hieß es. Am Kösten-Freitag kam der erste Alkoholpatient bereits um 14 Uhr: Ein 23-jähriger Mann mit 1,72 Promille. Neu in diesem Jahr war, dass die Polizei mit einer mobilen Wache im Sanitätsbereich vertreten war. „Das ist auch für uns gut, weil wir Polizisten gleich zur Stelle haben, wenn es bei uns Stress gibt“, sagte Holger Wulff.

Mehr als 500 ehrenamtliche Helfer arbeiteten vom Aufbau bis zum Abbau über alle Tage verteilt im Sanitätsbereich. „Ohne diese Ehrenamtler würde es die Holstenköste gar nicht geben, weil die Stadt es nicht bezahlen könnte“, betonten die Einsatzleiter.

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