Rettungsdienst : Retter arbeiten am Limit

Mit Defibrillator, Notfalltasche und Beatmungsgerät sind (von links) die Rettungsassistenten Kai Kruse, Thies Meier und Hendrik Stier für Notfälle aller Art gewappnet.
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Mit Defibrillator, Notfalltasche und Beatmungsgerät sind (von links) die Rettungsassistenten Kai Kruse, Thies Meier und Hendrik Stier für Notfälle aller Art gewappnet.

Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr wird zurzeit begutachtet: „Das obere Maß ist erreicht – mehr Bedarf“

shz.de von
10. Mai 2016, 09:00 Uhr

Neumünster | Auch wenn es bisher keine dramatische Entwicklung gibt: Der Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr ist ziemlich ausgelastet und an der Grenze. „Das obere Maß ist erreicht“, sagt Karl-Heinz Herrmann, Leiter der Abteilung Rettungsdienste. Gerade mit dem plötzlichen Wetterumschwung auf sommerliche Temperaturen steigen die Fälle von Atemwegs- und Herzerkrankungen. Doch auch ohne diese Entwicklung ist das Limit mit 60 bis 70 Fällen pro Tag erreicht.

„Spitzen sind immer da“, so Herrmann. Wenn doch mehr Bedarf ist, als Rettungskräfte bereitstehen – zum Beispiel durch vermehrte Kreislaufattacken oder ähnliches, dann greifen mehrere Mechanismen, erklärt er. Zu den neun Standardfahrzeugen pro Tag könne eines hinzugewonnen werden, indem die Berufsfeuerwehr einen Löschzug um zwei Kräfte reduziere und sie auf einen Rettungswagen setze. Falls das ausgeschöpft ist, geht eine Anfrage an umliegende Leitstellen – Holstein in Norderstedt oder Mitte in Kiel. „Das gilt aber nur für echte Notfälle. Krankentransporte müssen dann eben warten“, sagt Herrmann. Alternativ könne für einen weiteren Notfall auch ein Löschfahrzeug hinausgeschickt werden – „das sind Synergie-Effekte, weil hier im neuen Zentrum alle unter einem Dach sind. Von dieser Einsatzstärke profitiert auch das Umland.“

Doch der Bedarf an „Rettungsmittelbesetzstunden“ ist gewachsen, sagt Herrmann. Innerhalb von zehn Jahren erhöhte sich die Zahl von gut 13 000 im Jahr 2005 auf zuletzt über 23 000 (der Courier berichtete). Zurzeit laufe daher ein Rettungsmittel-Gutachten, bei dem ein externer Gutachter den gestiegenen Bedarf einschätze. „Die Umsetzung wird etwa ein Jahr dauern, da das erst durch Ausschüsse und den Rat gehen muss.“

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