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Debatte im Museum : Rege Diskussion über Krieg und Frieden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Direktkandidaten des Wahlkreises 6 Plön-Neumünster debattierten auf Einladung der Kirche im Museum Tuch + Technik.

shz.de von
erstellt am 13.Jul.2017 | 06:00 Uhr

Neumünster | „Wie geht Frieden heute?“ lautete das Motto einer Podiumsdiskussion, die am Dienstagabend im Museum Tuch + Technik stattfand. Anlässlich der kommenden Bundestagswahl im September hatten die beiden Vertreter der Kirchenkreisen Altholstein und Plön-Segeberg gemeinsam mit der Nordkirche die Direktkandidaten des Wahlkreises 6 Plön-Neumünster zu einer Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung geladen.

„Kirche ist ein guter Gastgeber für politische Gespräche“, stellte Propst Stefan Block gleich zu Beginn der Veranstaltung fest. Sein Kollege, Propst Erich Faehling, freute sich ebenfalls auf „eine Unterhaltung über die Utopien einer gerechten Welt.“ Pünktlich um 19 Uhr nahmen Martin Wolf (FDP), Birgit Malecha-Nissen (SPD), Lorenz Gösta Beutin (Die Linke) und Susanne Elbert (Grüne) am Dienstagabend vor 50 Gästen auf dem Podium Platz. Melanie Bernstein (CDU) hatte abgesagt.

„Wie stehen Sie zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr?“, „Wie schätzen Sie die Folgen vom Streben nach unbeschränktem Wirtschaftswachstum ein?“ und „Wie viel Vielfalt braucht oder verträgt unser Land?“, wollte Moderator Friedemann Magaard von den Kandidaten wissen. Ein klares Nein zu Auslandseinsätzen, „außer es gibt ein UNO-Mandat“, hieß es von Seiten der Grünen. „Man weiß nie, wie sich die Türkei entwickelt“, sagte Birgit Malecha-Nissen. Die Türkei sei ein schwieriger Nato-Partner, stimmte Martin Wolf zu. Politik fange mit dem Betrachten von Realitäten an, meinte er. „Regionale Märkte stärken“, propagierte Lorenz Gösta Beutin beim Thema Wachstum. Da müsse die Politik steuern, meinte der Linken-Vertreter und erhielt dafür Applaus vom Publikum. Zur Neubewertung des Lebensstandards rief Susanne Elbert (Grüne) auf. „Wir müssen lernen zu verzichten und den Krieg gegen die Erde beenden“, forderte sie.

Gut eine Stunde legten die Politiker ihre Positionen dar, dann war das Publikum gefragt. „Warum werden Afghanen abgeschoben, obwohl das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nation das Land als nicht sicher eingestuft hat?“, fragte ein Besucher. „Die Lageeinschätzung kommt aus dem Außenministerium“, erklärte Martin Wolf dazu und verwies auf die SPD-Kandidatin. Eine konkrete Antwort blieb Birgit Malecha-Nissen schuldig. Stattdessen sprach sie sich für eine Unterstützung der afrikanischen Länder aus. „Afrika braucht keine Unterstützung“, hieß es aus dem Publikum. Was Afrika brauche, sei ein Ende der Ausbeutung. Es gehe nicht um Hilfe, es gehe um Fairness.

Das unterstrich auch Erich Faehling: „Teilen ist etwas anderes als halbieren. Teilen ist Verzicht. Friedenswille müssen wir in die eigenen Hände nehmen. Das können wir nicht an die Politiker delegieren.“

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