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Schülerwettbewerb : Rede-Duelle bei „Jugend debattiert“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zwei Neumünsteraner Schüler schafften die Teilnahme am Landesentscheid. Entscheidend waren Sachkenntnis, Zuhören und Überzeugungskraft.

Neumünster | Es glühten die Köpfe, Argumente flogen förmlich hin und her: Gestern lieferten sich 20 Schüler aus der Region Rededuelle beim Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“. Austragungsort war die Alexander-von-Humboldt-Schule in Einfeld. Am Ende schafften zwei Schüler aus Neumünster den Sprung aufs Podest und werden beim Landesentscheid am 10. März im Kieler Landtag antreten.

„Man muss auf alles vorbereitet sein. Denn welche Meinung die Debattanten auch privat haben, wird ihnen beispielsweise die Contra-Position zugewiesen, müssen sie diese auch vertreten“, stellte Organisatorin Kerstin Renth fest. 20 Schüler der Humboldt-, Klaus-Groth-Schule (KGS), der GS Brachenfeld, der Gemeinschaftsschule im Schulzentrum Bad Segeberg (SE) und des Gymnasiums „Hohe Geest“ aus Hohenwestedt (HG) hatten sich in Klassen- und Schuldebatten durchgesetzt. Vor zehn Tagen wurden für die beiden Altersgruppen drei Themen vorgegeben, damit sich alle gut vorbereiten konnten – alles aktuelle und brandheiße Themen: Umweltpfand fürs Mobiltelefon? Graffiti-Flächen ja oder nein? Impfpflicht für Masern? Soll Neumünster mehr Flüchtlinge aufnehmen?

„Man muss erstmal klären, was Flüchtlinge sind, dann Daten und Fakten finden für Argumente und auch Gegenargumente“, sagte Sören Rodekirch (15), einer der AvH-Debattanten. Er vertrat die Pro-Seite: „Es ist humanitäre Hilfe, es ist genügend Kapazität da, und die Vorurteile werden durch den Kontakt abgebaut.“ Silas Rathke (15) war Juror: „Manche waren besser vorbereitet. Das Urteil war meist eindeutig.“

Unter den acht Finalisten waren Anne Mittelstät (17) von der AvH und Carlotta Schwertfeger (17) von der KGS – die eine pro, die andere contra in puncto Masern-Impfpflicht. Ihnen zur Seite standen Hauke Delfs (HG) und Sören Petersen (Segeberg). Statistiken, Zitate aus dem Fernsehen, die Pflichten der Eltern, die Verschärfung hygienischer Vorschriften in Wartezimmern der Arztpraxen und sogar das Grundgesetz und das Recht auf körperliche Unversehrtheit wurden in die Waagschale geworfen, um die jeweilige Position nach vorne zu bringen – und immer im Dialog und dem Eingehen auf die Argumente der anderen Seite. Denn die Kriterien der Juroren waren Sachkenntnis, Gesprächsfähigkeit, Ausdrucksvermögen in Wort, Mimik und Gestik sowie Überzeugungskraft.

Damit lernen die Schüler fürs Leben. Kerstin Renth: „Dieser Wettbewerb vermittelt Grundwerte. Schüler lernen Demokratieverständnis, Toleranz im Denken, die Vielseitigkeit von Meinungen. Sie lernen, sich fundiert und mit Sachwissen eine Meinung zu bilden, nicht undurchdachte Stammtischparolen zu glauben und Meinungen von anderen zu übernehmen, sondern selbst zu denken.“ „Jugend debattiert“ fördere die Gesprächsfähigkeit, die Fähigkeit, anderen zuzuhören, nicht den anderen niederzureden.

Das können die Erst- und Zweitplatzierten (Landesentscheid) weiter üben: Sie gewannen ein Rhetorik-Seminar mit professionellen Trainern. Die Dritt- und Viertplatzierten erhielten Buchgutscheine.


Die Erst- und Zweitplatzierten der Sekundarstufe 1/Landesentscheid (Klassen 8-10): Jonas Schünemann (HG), Arnold Strufe (KGS). Sekundarstufe 2 (Jahrgänge 11-13): Sören Petersen (SE) und Anne Mittelstät (AHS).

 

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erstellt am 08.Feb.2015 | 12:00 Uhr

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