Neumünster : Rechtsextremer Brief beschäftigt Ermittler

Ein Schreiben mit Maschinengewehr im Briefkopf kursiert in Neumünster. Die Ermittler prüfen, ob es sich tatsächlich um ein rechtsextremes Netzwerk handelt.

shz.de von
19. Januar 2018, 17:54 Uhr

Neumünster | Ein anonymes, rechtsextremes Schreiben sorgt seit Anfang der Woche in Neumünster für Empörung und Bestürzung bei zahlreichen Vertretern aus Politik und öffentlichem Leben. Das zweiseitige Papier, das auch an den Holsteinischen Courier ging, wurde unter dem Absender „Bund wehrhafter Neumünsteraner“ per Post unter anderem an mehrere Fraktionsvorsitzende gesandt.

In dem Schreiben behauptet ein Unbekannter, zu der Gruppierung würden über 50 Neumünsteraner gehören. Ebenso stellt er eine Nähe zur AfD her. Unter einem fehlerhaften Logo mit einem Maschinengewehr im Briefkopf werden detaillierte Forderungen aufgelistet, die extrem rassistisches und rechtsextremistisches Gedankengut offenbaren. Um dem Absender keine öffentliche Plattform zu bieten, verzichtet der Courier derzeit bewusst auf die Wiedergabe von Details aus dem Schreiben.

Laut Innenministerium ist dem Verfassungsschutz die Gruppierung bisher nicht bekannt. Die Kriminalpolizei in Kiel, die sich auch mit Staatsschutz-Fällen befasst, versucht jetzt den Urheber des Rundbriefes zu ermitteln. Die Staatsanwaltschaft prüft den Anfangsverdacht der Volksverhetzung. Ob es sich bei dem Absender um eine Einzelperson oder eine Gruppierung handelt, ist unklar.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert