Neumünster : Rechte Szene ätzt gegen FDP-Kandidatin Aygül Kilic

Integriert und engagiert: Aygül Kilic.
Integriert und engagiert: Aygül Kilic.

Eine FDP-Kandidatin mit Kopftuch sorgt für Diskussionen in Neumünster.

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27. März 2018, 09:00 Uhr

Die Freien Demokraten in Neumünster sehen sich in den sozialen Netzwerken seit Sonntag ätzender Kritik und Hasskommentaren aus der rechten Szene ausgesetzt. Die Kommentare zielen auf die Kandidatur Aygül Kilics, die im Wahlkreis 6 (Vicelinviertel) antritt und auf Wahlplakaten mit Kopftuch abgebildet ist.

„Was wir dazu an gehässigen und rechtsradikalen Kommentaren lesen konnten, ist an Geschmacklosigkeit kaum noch zu unterbieten“, kommentierte dies der Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten, Reinhard Ruge.

Aygul Kilic sei ein gutes Beispiel für gelungene Integration. Sie sei angestellt bei der Stadt und arbeite als soziale Assistentin in einer Kita. Als verheiratete Frau Mitte 50 habe sie nach der Ausbildung ihrer Kinder selbst alle Schulabschlüsse nachgeholt. Sie engagiere sich seit vier Jahren in der FDP und in vielfältigen sozialen Initiativen und Projekten.

„Mit diesem Engagement für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft verdient Aygül Kilic aus Sicht der Freien Demokraten deutlich mehr Respekt, als die Verfasser von Hasskommentaren, die gegen genau diese Werte anzukämpfen versuchen“, teilt Ruge mit. „Wir stehen zu der Kandidatur von Frau Kilic und werden jeglicher Art von Beleidigung und Diskriminierung entschieden entgegentreten“, sagt er.

Unter den Politikern, die das Plakat kommentieren, ist auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Beatrix von Storch.

Kilic erfährt auch Unterstützung nicht nur aus den eigenen Reihen. So haben sich beispielsweise die Jusos mit der FDP-Kandidatin solidarisch erklärt. „Wir zeigen Solidarität als Demokrat*innen! Frau Kilic und die FDP haben die SPD und die jungen Sozialdemokrat*innen an ihrer Seite, wenn es darum geht, für Freiheit, Demokratie und Vielfalt einzustehen! Eine gelungene Integration kann nur parteiübergreifend organisiert und bestritten werden.“

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