zur Navigation springen

Verkehrsversuch : Reaktionen in der Stadt: „Hoffentlich kommen die Kunden wieder“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Händler und Gastronomen begrüßen, dass der Verkehrsversuch unterbrochen und der Großflecken wieder geöffnet werden soll. Ratsversammlung muss aber noch zustimmen

von
erstellt am 26.Okt.2013 | 09:00 Uhr

Die wahrscheinliche Unterbrechung des Verkehrsversuchs und Wieder-Öffnung des Großfleckens bis Februar oder März war gestern das Top-Gesprächsthema auf dem Wochenmarkt. Der Courier hörte sich bei Händlern, Gastronomen und Kunden um.

„Ich finde das gut“, sagte Fischhändler Mario Hansen und hofft, dass nun wieder mehr Menschen den Weg zum Wochenmarkt finden. Auch Obsthändler Vural Caliskan lobte die Reaktion von OB Olaf Tauras: „Man merkte es schon am Umsatz, es war weniger los.“ Für Klaus Otto von der Mutzen-Bäckerei aus der Lütjenstraße ist es die „einzig richtige Entscheidung. Hoffentlich kommen die Kunden wieder, und das nicht nur zu den Markttagen“.

Die als Alternative diskutierten „Wächter-Ampeln“ hält Otto für besser, als den Großflecken zuzumachen. „Wenn der Kunde einmal verprellt ist, orientiert er sich anders und fährt nur noch zu den Centern auf die grüne Wiese“, sagte Otto. „Uns fällt ein Stein vom Herzen“, sagten Evelyn und Lothar Müller vom Geschäft Horn am Großflecken. Beide hatten sich in der Interessengemeinschaft des inhabergeführten Einzelhandels für den Abbruch stark gemacht. „Verkehrsversuch 2014 ja – aber dann bitte mit überdachter Verkehrsführung“, sagte Evelyn Müller.

Gastronom Sönke Thieme („Klatsch-Palais“) freute sich über das Eingeständnis des OB, einen Fehler gemacht zu haben, und über die schnelle Reaktion. „Gut, dass die Politik nicht einfach entscheidet, sondern versuchsweise prüft. Noch positiver, dass man den Bürger durch den Bürgerentscheid bestimmen lässt“, sagte er. Ein Manko des Versuchsversuchs sei auch das noch fehlende Parkleitsystem gewesen.

Thieme: „Wir hatten sehr viele skandinavische Gäste, vermutlich auch aus dem DOC. Mit Start des Verkehrsversuchs brach das ab.“ Gut findet er auch, dass sich der Handel in einer Interessengemeinschaft zusammen gefunden hat. „Das ist eine Chance und das Signal, bei relevanten Themen wie einheitlichen Öffnungszeiten weiter an einem Strang zu ziehen“, sagte Thieme.

Tanja Bestmann-Hofmann von der Imkerei Bestmann hatte die Händler-Resolution unterstützt und ist für die Wiederöffnung des Großfleckens – „gern aber weiter mit Tempo 20 und Zebrastreifen für die Fußgänger“. „Wir klatschen Beifall. Die Empfehlung, den Versuch auszusetzen, ist richtig“, sagte Stefanie Riepen („Toscana“): „Ich freue mich, wenn alles wieder wie gehabt ist.“

Das möchte Anja Hirsch aus Tungendorf nicht. Im Gegenteil:. „Ich sage: Alles dicht machen. Der Großflecken könnte so nett sein mit Cafés mitten auf dem Platz.“ Thea und Manfred Brekeller – ebenfalls aus Tungendorf – können die Wendung nicht ganz verstehen. „Die Baustellen sind das größere Problem, nicht die Sperrung für den Durchgangsverkehr“, sagte Manfred Brekeller. Die Leute erreichten die Parkplätze nicht. Walter Kardel aus Wittorf gab sich als Gegner des Verkehrsversuchs zu erkennen. „Ich halte von der Sperrung nichts. Wenn der Großflecken auf ist, ist die Stadt belebter – Gestank hin oder her“, sagte er.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen