Neumünster : Razzia in acht Wohnungen

Beamte durchsuchten gestern acht Wohnungen in Neumünster.
Beamte durchsuchten gestern acht Wohnungen in Neumünster.

Bundespolizei ermittelt wegen Schleuserkriminalität.

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22. Februar 2018, 08:30 Uhr

Neumünster | Die Bundespolizei durchsuchte gestern mit mehr als 50 Einsatzkräften im Auftrag der Kieler Staatsanwaltschaft acht Wohnungen in Neumünster. Die Aktion steht im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen 40-jährigen Deutschen, der im Verdacht steht, Menschen vom Balkan nach Neumünster geschleust zu haben.

Die Ermittler waren auf der Suche nach Beweismaterial. Der Hauptverdächtige soll die Menschen vom Balkan mit falschen Papieren ausgestattet, sie damit nach Deutschland gebracht und vor allem in Neumünster untergebracht und im Baugewerbe beschäftigt haben. Bei den Durchsuchungen wurden die Beamten fündig. Man habe umfangreiches Beweismaterial, unter anderem gefälschte Dokumente, sichergestellt, teilt Bundespolizeisprecher Hanspeter Schwartz mit. Drei Männer wurden zudem „zwecks erkennungsdienstlicher Behandlung“ mit zur Dienststelle genommen.

Bereits im April des vergangenen Jahres hatte die Bundespolizei elf Wohnungen in Neumünster und Kaltenkirchen durchsucht. Dabei war ebenfalls umfangreiches Beweismaterial gefunden worden.

Eingesetzt wurden die Geschleusten in Schleswig-Holstein. „Wir wissen von zwei Baustellen“, sagt Schwartz. Inwieweit die Ermittlungen zu weiteren Verfahren führen werden, sei noch unklar, betonte er. Die− Bundespolizei sei nur für die Schleuseraktivitäten zuständig. „Aber ich gehe davon aus, dass auch der Zoll Kenntnis bekommt.“ Der kommt ins Spiel, wenn es um die Verfolgung illegaler Beschäftigung geht.

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