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Grosseinsatz in der Stadt : Razzia gegen mutmaßliche Schleuser

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Polizei durchsucht elf Wohnungen / 200 Bundespolizisten im Einsatz / Gefälschte Ausweispapiere werden sichergestellt

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Sie kamen in den frühen Morgenstunden und hatten ein klares Ziel: Beweise für illegalen Menschenschmuggel zu finden. 200 Bundespolizisten aus ganz Schleswig-Holstein haben gestern in einem dreistündigen Einsatz insgesamt elf Wohnungen durchsucht – zehn davon in Neumünster sowie eine in Kaltenkirchen.

„Wir haben umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, darunter zahlreiche gefälschte Ausweispapiere“, erklärte Bundespolizei-Sprecher Hanspeter Schwartz auf Nachfrage. In den Wohnungen seien mehrere Personen angetroffen worden, deren Identität nicht einwandfrei geklärt werden konnte. Sie kamen nach Angaben von Schwartz in Gewahrsam. Festnahmen habe es aber nicht gegeben.

Unter anderem waren die Beamten an der Anscharstraße im Vicelinviertel im Einsatz. In dem Quartier, in dem viele Migranten wohnen, fuhren am Morgen mehrere Streifenwagen der Bundespolizei vor ein Mehrfamilienhaus vor. Die Beamten führten anschließend einige junge Männer verschiedener Nationalitäten ab. Die genaue Zahl nannte die Bundespolizei nicht. „Da war richtig was los. Eine ganze Gruppe von Polizisten ist gleich ins Treppenhaus gestürmt“, erklärte ein Anwohner, der die Szene beobachtete.

Hanspeter Schwartz begründete die vergleichsweise hohe Zahl an Einsatzkräften zum Einen mit der Zahl der durchsuchten Wohnungen. Es sollte vermieden werden, dass Personen in den Wohnungen durch Hintertüren oder Fenster fliehen. Das sei auch gelungen. „Außerdem waren zahlreiche Spezialisten mit vor Ort, etwa für Urkundenfälschungen, aber auch im Erkennungsdienst oder für die Logistik“, so der Sprecher. Die Bundespolizisten gingen bei derartigen Einsätzen immer vom „schlimmsten Fall“ aus, also auch, dass Waffen angewendet werden könnten. „Das war aber nicht der Fall“, so Schwartz. Alle Beamten seien unverletzt geblieben.

Die Aktion war Teil eines laufenden Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft in Kiel gegen Schleuser in Schleswig-Holstein. Oberstaatsanwalt Axel Bieler erklärte gestern allerdings auf Anfrage: „Wir werden aus ermittlungstaktischen Gründen zu diesem Zeitpunkt keine weiterführenden Angaben machen.“

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