Schillsdorf : Rauchmelder sollen wieder Kitze retten

„Wir fanden die Idee einfach ungewöhnlich“, meinte Sven Schiller (rechts) und spendete 60 hochwertige Rauchmelder für die Kitzrettung. Jäger Jens Teegen (links) und Kai Steinkamp freuen sich.
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„Wir fanden die Idee einfach ungewöhnlich“, meinte Sven Schiller (rechts) und spendete 60 hochwertige Rauchmelder für die Kitzrettung. Jäger Jens Teegen (links) und Kai Steinkamp freuen sich.

Wildschweine sind mittlerweile eine große Herausforderung für die Jäger.

shz.de von
25. März 2017, 15:00 Uhr

Schillsdorf | Die Jäger zwischen Neumünster und Bornhöved wollen mehr Kitze vor dem Mähtod retten. Außerdem lehnen sie die neuen Jagdzeiten für Rehwild ab.

Gut 40 Jäger aus dem Hegering 8, zu dem zehn Jagdreviere zwischen Neumünster und der Achse Bornhöved/ Wankendorf gehören, hielten im Landgasthof Kirschenholz in Hüttenwohld ihre Hegeringversammlung ab. Hegeringleiter Rolf Klein aus Bönebüttel erklärte, dass die inzwischen flächendeckend verbreiteten Wildschweine eine Herausforderung für die Jäger darstellen. „Jedes Waldstück hat heute seine eigene Rotte (Gruppe) Sauen“, meinte der Schillsdorfer Vorsitzende der Damwildhegegemeinschaft Mittelholstein, Helge Zarp. Mildes Klima und ideale landwirtschaftliche Rahmenbedingungen erleichtern den Wildschweinen das Leben. Außerdem wurden 35 Marderhunde erlegt.

Auf Kritik stößt bei den Jägern aus dem Hegering auch die durch die neue Jagdzeitenverordnung bis zum 31. Januar verlängerte Jagdzeit auf Rehböcke. Sie haben die Bockjagd wie bisher üblich zum 31. Oktober eingestellt. Danach werfen die Böcke ihre Gehörne ab. Ein genaues Ansprechen wird dann besonders bei sogenannten Drückjagden schwierig, begründeten die Jäger den freiwilligen Verzicht. Auch die erst ab September statt wie bisher bereits ab Mai mögliche Jagd auf sogenannte Schmalrehe (einjährige weibliche Rehe, die nicht trächtig sind und kein Kitz versorgen) sei nicht nachvollziehbar, meinte der Plöner Kreisjägermeister Jan-Wilhelm Hammerschmidt.

Inklusive Verkehrsfallwild betrug die Rehwildstrecke im Hegering 202 Rehe. Im Vorjahr waren es 237 Tiere. Bei den Raubwildjägern lagen immerhin 111 Füchse auf der Strecke. Die Schwarzwildstrecke stieg von 26 auf 40 Stück an.

Eine besondere Ausnahme war auf der Streckenliste auch ein überfahrener Muntjak. Die ursprünglich aus Asien stammende kleine rehartige Hirschart taucht inzwischen immer wieder in freier Wildbahn auf und unterliegt nicht dem Jagdrecht.

Außerdem gab es noch eine Überraschung für die Jäger aus dem Hegering. Sven Schiller von Brunata Metrona (Energiemenagement) spendete 60 hochwertige Rauchmelder für die Reviere. Damit sollen Kitze gerettet werden. Ein bis zwei Nächte lang hatten Jäger in Zusammenarbeit mit Landwirten vor dem Mähen auf Dauerton geschaltete Rauchmelder mitten in die Wiesen gestellt. Das vertrieb die Ricken und ihren Nachwuchs (der Courier berichtete). „Wir fanden die Idee, mit zweckentfremdeten Rauchmeldern Tiere wie die Rehkitze zu retten, so außergewöhnlich, dass wir die Fortsetzung der Tests gern unterstützen möchten“, meinte Schiller. Jetzt wollen die Jäger das vom Naturschutzbeauftragten Jens Teegen aus Bönebüttel im Revier Husberg erfolgreich getestete Modell zur Kitzrettung bei der Grasmahd auch in den anderen Hegeringrevieren ausprobieren. „Bewährt haben sich auch die blauen Zusatzreflektoren an der Straße“, sagte Kai Steinkamp.

Außerdem gab es Wahlen. Veränderungen gab es für den Posten des Kassenwarts. Für Jan Zulys übernimmt Marco Sievers. Der Posten von Schießwart Jeremy Weikinat bleibt vorerst unbesetzt. Für Hundewart Jürgen Zulys übernimmt Detlef Rehder, und Frank Schütt wurde zum Kassenprüfer gewählt. 



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