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Prozess : Raub in Einfeld: Heute beginnt der Prozess

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Drei Neumünsteraner müssen sich für vier Taten verantworten

Neumünster | Zehn Monate liegt der brutale Raubüberfall auf ein älteres Ehepaar in Einfeld jetzt zurück. Heute beginnt vor dem Kieler Landgericht der Prozess gegen drei Neumünsteraner. Die Männer im Alter von 25, 29 und 45 Jahren werden sich voraussichtlich bis Anfang Juli unter anderem wegen schweren Bandendiebstahls verantworten müssen. Acht Verhandlungstage sind angesetzt.

Die Ermittler rechnen dem Trio insgesamt vier Taten zu (der Courier berichtete): Am 21. Juni vergangenen Jahres waren drei maskierte Männer in das Haus eines älteren Ehepaares (73, 75) am Seewisch eingedrungen. Offenbar nutzten sie eine günstige Gelegenheit, als die Frau gegen 1 Uhr nachts auf der Terrasse nach dem Rechten sehen wollte: Ein Bewegungsmelder war angesprungen. Mit äußerster Gewalt gingen die Eindringlinge damals gegen ihre Opfer vor und zwangen sie, ihr Hab und Gut herauszugeben. Laut Anklagevertreter „wurden die Hausbewohner damals körperlich misshandelt, gefesselt und in ein Gäste-WC gesperrt“. Die Räuber flohen mit viel Geld und Schmuck. Das Ehepaar konnte sich erst Stunden nach dem Überfall von seinen Fesseln befreien und Hilfe rufen. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass diese brutale Tat auf das Konto der drei Angeklagten geht.

Am 22. September sollen die Angeklagten dann in eine Autowerkstatt in Rethwisch (Kreis Steinburg) eingebrochen sein. Am 5. Oktober sollen sie in ein frisch renoviertes Haus am Krummredder in Gadeland eingestiegen sein. Die Bewohner waren damals zwar noch nicht eingezogen, hatten ihr neues Zuhause jedoch zum Teil schon eingerichtet. Bei der zweiten und dritten Tat sollen die Angeklagten „insgesamt Gegenstände im Wert von über 15 000 Euro entwendet haben“, hieß es von Seiten der Kieler Staatsanwaltschaft.

Nur wenige Wochen später, am 2. November, wurden die drei Männer schließlich spektakulär in Wittorf festgenommen. Die Ermittler waren dem Trio schon seit Längerem auf der Spur gewesen und hatten den letzten Tatplan entdeckt. Im Dunkeln wartete die Polizei samt Spezialeinsatzkommando (SEK) sowie einem Kieler Staatsanwaltschaft auf die Männer und das weitere Geschehen. Offenbar wollten die Angeklagten gegen 21.15 Uhr gerade durch die aufgehebelte Terrassentür in das Haus eines Rentnerpaares eindringen, als die Polizei zuschlug. Blendgranaten erhellten plötzlich die Nacht. Sofort spurteten die drei Männer los, versuchten noch zu flüchten. „Einer sprang noch über eine Hecke und zog sogar ein Pfefferspray aus der Tasche und setzte es gegen die Beamten ein“, hieß es damals aus Ermittlerkreisen.

Doch alle Gegenwehr half nichts. Die drei Männer wurden festgenommen und sitzen seit dem 3. November in Untersuchungshaft. Das Rentnerpaar in Wittorf, das damals aus ermittlungstaktischen Gründen nur sehr vage über einen Polizeieinsatz auf seinem Grundstück vorab informiert werden konnte, kam mit einem Schrecken davon.  

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erstellt am 28.Apr.2017 | 08:00 Uhr

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