Neumünster : Ratssaal zeigt sich in neuem Glanz

Das Alte Rathaus ist noch eingerüstet. Für den Abschluss der Giebelsanierung muss besseres Wetter abgewartet werden.
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Das Alte Rathaus ist noch eingerüstet. Für den Abschluss der Giebelsanierung muss besseres Wetter abgewartet werden.

Sanierung soll Ende der Woche abgeschlossen sein.

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31. Januar 2018, 08:25 Uhr

Neumünster | Im Ratssaal ist die neue Lüftungs- und Kühlungsanlage fertig eingebaut. Das Gerüst, das monatelang den ganzen Raum ausfüllte, wurde Lage für Lage demontiert und im selben Zug gleich der Saal von oben nach unten frisch gestrichen – in Weiß, wie gehabt.

Gabriele Martens und Sabrina Paulwitz von der Reinigungsfirma Beyersdorf rückten gestern mit Staubsauger, Eimer und Wischlappen den Spuren der Handwerksarbeiten zu Leibe. Schließlich soll zur Ratssitzung am 13. Februar wieder alles glatt und schier sein. Dafür muss auch noch das Ratsgestühl wieder montiert sein. Die Firma Elektroanlagen Woebs stellte dafür gestern die Verkabelung für die Tischbeleuchtung und die Mikrofonanlage wieder her.

Rund 300 000 Euro lässt sich die Stadt das erste große Facelifting seit der Einweihung des Ratssaals im Jahre 1984 kosten. 15 Lüftungsauslässe in der neuen Akustikdecke zeigen eine wesentliche Verbesserung. Zuvor gab es nur die Zuluftelemente an der Balustrade. „Die sind auch erneuert worden. Zusätzlich gibt es jetzt klimatisierte Zuluft von oben“, erläuterte Bertold Heitker von der Hochbauabteilung der Stadt. Die Schallschutzdecke bringt eine deutliche Verbesserung der Akustik. „Das gesprochene Wort sollte jetzt besser zu verstehen sein“, so Heitker. Die Verstärkeranlage werde aber weiter benötigt. Eher unauffällig ist die auf 3 mal 2,50 Meter ausziehbare Projektionsfläche für Beamerpräsentationen an der Stirnwand links neben dem Ratspräsidium. Dass die alten Lampen auf neue LED-Technik umgerüstet und jetzt in 243 Stufen dimmbar sind, wird erst bei der Betätigung des Schalters sichtbar. „Der Leuchtenhersteller von damals, Louis Poulsen, hat dafür extra neue Leuchteneinsätze entwickelt“, sagte Elektromeister Fred Woebs.

Noch etwas teurer als der Ratssaal wird mit 350 000 Euro die Fassadensanierung am Neuen Rathaus. Vor die alten Stahlstützen wurde eine neue Fensterfassade mit Mehrfachverglasung gesetzt und so eine Wärmebrücke beseitigt. Die Zeiten, in denen es im Sommer brütend heiß und im Winter kalt wurde, sind damit passé. Heitker: „Wir hoffen auf eine Energieeinsparung im deutlich zweistelligen Bereich.“ Auch der Aufzugsschacht wurde mit einer Dämmung versehen. Damit steht eigentlich nur noch die Dämmung des Flachdachs der Kantine auf der Agenda.

Pech hatte die Stadt dagegen bei der Sanierung eines Giebels am historischen Alten Rathaus von 1900. Alle losen Teile des Mauerwerks wurden dort entfernt, gesäubert und wenn möglich wiederverwendet. Das klappte nicht immer. „Die Maurer haben damals sehr solide gebaut und guten Mörtel angerührt. Der ließ sich nicht immer schadlos entfernen“, so Heitker.

Etwa 200 Formsteine musste die Stadt nachbrennen lassen. Der Auftrag ging an eine Firma in Dänemark, doch die ging kurz vor dem Brennen in Konkurs. Ende 2017 wurde der Auftrag neu erteilt. Heitker: „Jetzt hängt es am Wetter. Es sollte etwas wärmer und trocken sein. Sonst waschen die Fugen sofort wieder aus.“

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