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Sanierung : Rathausturm bald wieder im Kupferglanz

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das schadhafte Schieferdach des Rathausturms hält nicht mehr lange und muss ersetzt werden. Handwerker fanden Reste der ursprünglichen Kupfereindeckung.

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erstellt am 25.Okt.2014 | 05:30 Uhr

Neumünster | Die Sanierung des Rathaustürmchens hält immer noch manche Überraschung parat. Nach dem monatelangen Stillstand und Streit um die  Statik des Baugerüsts soll das jetzt noch einmal um acht Meter bis zur Turmspitze aufgestockt werden: Die war ursprünglich in Kupfer eingedeckt und nicht verschiefert. Die Stadt will jetzt den Originalzustand wiederherstellen.

Diese überraschende Mitteilung machte Bauamtsleiter Ralf-Joseph Schnittker am Donnerstag im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Nachdem die schadhaften Holzstützen inzwischen ausgetauscht sind, hatte eine Untersuchung der Dacheindeckung gezeigt, dass viele der Befestigungsnägel für die Schieferschindeln verrostet sind. „Nach Aussage des Schieferspezialisten aus dem Hunsrück  hält es nur noch etwa fünf Jahre“, sagte Erika Jahn von der Baubehörde gestern auf Courier-Nachfrage.

Unter den Schieferplatten fanden die Handwerker Reste einer älteren Kupfereindeckung. Auch handwerksgeschichtlich spricht alles für die Verwendung von Kupfer bei solchen Konstruktionen. Einen weiteren Beleg  liefern alte Postkarten, die Neumünster-Historiker Dr. Alfred Heggen der Stadt zur Verfügung stellte. Sie zeigen, dass die Spitze des Hauptturms tatsächlich ursprünglich in Kupfer ausgeführt war.

Beim Anbau des heutigen Einwohnermeldeamts in den Jahren 1938/39 sind alle drei Rathaustürme dagegen schon mit Biberschwanzschindeln eingedeckt. Wann genau die Dächer eine neue Haube bekamen, lässt sich aus den Unterlagen der Stadt nicht mehr klären. „Alle Aufzeichnungen der Stadt zeigen die Zipfelmütze verschiefert“, sagte Schnittker.

Nach den neuen Erkenntnissen plädiert auch die Untere Denkmalschutzbehörde für eine Lösung, die den Originalzustand – also Kupfer –  wieder herstellt. „Und das ist auch technisch die beste Lösung. Kupfer hat eine längere Lebensdauer“, erläuterte Schnittker gestern. Saniert werden müsse das schadhafte Dach auf jeden Fall. Kupfer sei günstiger als eine  neue arbeitsintensive Schiefereindeckung, so Ralf-Joseph Schnittker. Künstlich auf alt getrimmt werden die Kupferplatten nicht – auch in Abstimmung mit den Denkmalschützern. Das Rathaustürmchen wird daher einige Jahre im alten Glanz erstrahlen und erst mit der Zeit Patina ansetzen und grün werden.

Die Aufstockung des Baugerüsts muss natürlich statisch geprüft werden und kostet nochmal extra. „Wenn man beim Metzger eine Scheibe Wurst mehr bestellt, wird’s teurer“, sagte Schnittker, ohne eine Summe zu nennen. „Die Abstimmung mit dem Statiker und dem Prüfstatiker läuft zurzeit“, so Schnittker. Zeitlich dürfte sich die Sanierung also noch etwas hinziehen. „Wenn die Witterung offen bleibt, wollen wir dieses Jahr fertig werden“, so Schnittker.

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