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Turmbaustelle : Rathaus wird nicht rechtzeitig fertig

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Prüfstatiker will das Gerüst nicht freigeben, das zur Sanierung des Rathausturms gebaut wurde. Es habe „eklatante Mängel“ gegeben.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | Seit Ende März steht das riesige Baugerüst am Rathaus, und bis Ende Mai sollte die Sanierung des Rathausturmes abgeschlossen werden. Doch seit über einem Monat hat kein Handwerker die Baustelle mehr betreten. Der Grund: Das Gerüst ist noch nicht freigegeben.

Der städtische Hochbauleiter Berthold Heitker und der für die Prüfung der Statik verantwortliche Bauingenieur Christian Groth weisen die Schuld für die Verzögerung jeweils von sich. Heitker beklagt: „Ich warte jeden Tag darauf, dass der Prüfstatiker seinen Bericht abgibt, aber leider können nicht nur Behörden bürokratisch sein, sondern auch Firmen in der freien Wirtschaft.“ Gemeint ist das Neumünsteraner Bauingenieur-Büro Groth und Bruhn.

Christian Groth gibt sich verwundert: Er könne seinen Bericht nicht fertig schreiben, weil noch wichtige Unterlagen nachgereicht werden müssen. „Es gab eklatante Mängel bei der Bauausführung“, erklärt Groth. Das Gerüst stand nicht sicher, im schlimmsten Fall hätte es sogar einstürzen können. Als Sofortmaßnahme wurde bereits eine zusätzliche Diagonalverstrebung auf Höhe der achten Ebene eingebaut. Aber das reicht Groth nicht; er will das Gerüst weiterhin nicht freigeben. „Die besondere Herausforderung bei der Baustelle am Rathaus besteht darin, dass ein wesentlicher Teil des Gerüsts nicht direkt an der Hauswand verankert werden kann, sondern frei steht“, so Groth. Um seinen Bericht zum Abschluss zu bringen, brauche er dazu weitere Unterlagen.

Hochbauleiter Berthold Heitker meint, er tue alles in seiner Macht Stehende: „Wir haben alle Forderungen des Prüfstatikers erfüllt.“ Die zusätzliche Diagonalverstrebung sei eingebaut worden, ein Nachweis über die Druckfestigkeit des Bodens wurde nachgeliefert, die Verankerungen des Gerüsts an der Hauswand wurden verdoppelt.

Die Konsequenz der Verzögerung ist klar: Die Kosten steigen. Eine genaue Summe konnte Heitker nicht nennen. Ursprünglich war das Bauvorhaben auf 40 000 Euro veranschlagt worden (zuzüglich der Kosten des Gerüsts). Außerdem warten die Handwerker ungeduldig auf den Baubeginn. „Die sitzen auf heißen Kohlen. Schließlich haben sie sich den April und den Mai freigehalten“, bestätigte der Hochbauleiter. Wie lange sich Zimmerleute und Dachdecker noch gedulden müssen, darüber wollten weder Groth noch Heitker spekulieren. Die Sanierungsarbeiten an sich sollen rund acht Wochen dauern.

Die Dachlaterne auf dem Rathausdach hat 114 Jahre lang Wind und Wetter getrotzt, aber jetzt muss das Türmchen wegen Durchfeuchtungsschäden saniert werden (der Courier berichtete).

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