zur Navigation springen

Sondersitzung : Rat genehmigt zehn neue Kita-Stellen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Um die Personalausstattung in den Kitas wurde vor und in der Sondersitzung des Rats heftig gerungen. Das Ergebnis sind zehn Extra-Stellen.

von
erstellt am 23.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Vor der Ratssondersitzung demonstrierten die rund 50 Kita-Erzieher im Innenhof für eine bessere Personalausstattung in ihren Kitas. Auf der Ratstribüne mussten sie dann auf Weisung von Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger ihre Transparente einrollen. Nach mehr als zwei Stunden erregter Ratsdebatte und einer Unterbrechung für eine Abstimmung im Ältestenrat war die Enttäuschung groß. Es gab Unmutsbekundungen und sogar Pfiffe.

Der von BFB/Piraten und Linke unterstützte Vorstoß der SPD, 23 neue Stellen zu schaffen, war durchgefallen. Auch die Vorlage der Verwaltung passierte nicht ungeschoren den Rat. Mit 21 Stimmen votierten CDU, Grüne, FDP und NPD gegen das Nein von Linken-Ratsherr Jonny Griese und bei Enthaltung von SPD und BFB/Piraten dafür, statt sieben nun zehn zusätzliche Stellen zu schaffen, um die angespannte Personalsituation in den Randzeiten frühmorgens und am Nachmittag, beim Mittagessen und in den Ruhezeiten der Kinder zu entschärfen.

„Alle drei Maßnahmen sind sinnvoll, darüber gibt es keinen Dissens“, sagte OB Dr. Olaf Tauras. Die Verwaltung sei langfristig für die Umsetzung aller Vorschläge und wolle mit sieben zusätzlichen Stellen für die Randzeiten einen wesentlichen Punkt anpacken. Das kostet 270  000 Euro zusätzlich, der SPD-Vorschlag mehr als 900  000 Euro. „Das wäre für die Stadt nicht so einfach verkraftbar“, so der OB. „Ein dauerhaftes Leben auf Pump ist nicht im Sinne unserer Kinder, die das einmal zurückzahlen müssen“, so Tauras.

SPD-Fraktionschef Uwe Döring hatte argumentiert, dass zurzeit die Betreuung nur unter Verletzung von arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen möglich sei. Die Kita-Mitarbeiter müssten auf eigene Pausen verzichten und könnten dennoch ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen. Selbst der eigene Fachdienst Recht der Stadt habe in einem Gutachten das Risiko der „fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen“ aufgezeigt. Es gebe kein Erkenntnisdefizit. „Was fehlt, ist der Mut zum Handeln“, so Döring. Das sei man den Beschäftigten, den Eltern und auch den Kindern schuldig.

Die Probleme in den Kitas wären auch ohne Polemik und Wahlkampfgetöse zu lösen, entgegnete Reinhard Ruge (FDP). Thomas Krampfer, der Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen, nannte den eigenen Antrag, „einfach realistischer als den der SPD – und er ist weitreichender“. Die Grünen wollen mit ihrem verabschiedeten Ergänzungsantrag auch prüfen lassen, ob die Gruppengrößen im Elementarbereich von 22 auf 20 Kinder gesenkt werden können und was das kostet.

Eine solche Qualitätsverbesserung stehe gar nicht auf der Tagesordnung, sagte Andreas Kluckhuhn (SPD). Es gehe darum, eine „Grundpflicht und einen Muss-Standard zu erfüllen“. Uwe Döring ermunterte die Kita-Mitarbeiter ausdrücklich, nach den Überlastungsanzeigen die zuständige Aufsichtsbehörde einzuschalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen