Würdigung : Rat begrüßt Stolpersteine für Edith und Gustav Weißbaum

Dieser Stolperstein liegt am Schleusberg 31. Zwei ähnliche Gedenksteine sollen auf dem Kuhberg eingelassen werden.
Dieser Stolperstein liegt am Schleusberg 31. Zwei ähnliche Gedenksteine sollen auf dem Kuhberg eingelassen werden.

Das jüdische Ehepaar war 1933 in die Niederlande emigriert. 1940 wurde es von dort nach Auschwitz deportiert. Dort verliert sich seine Spur

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16. Dezember 2014, 13:27 Uhr

Neumünster | Die Stadt will die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus mit weiteren „Stolpersteinen“ im Stadtgebiet wachhalten. Die Ratsversammlung begrüßte jetzt den Vorschlag, den bislang verlegten 29 Gedenksteinen zwei weitere hinzuzufügen. Sie sollen an das jüdische Ehepaar Edith und Gustav Weißbaum erinnern, das von 1925 bis 1932 im Haus Kuhberg 27 wohnte.

Das aus Polen stammende Tuchmacher-Paar emigrierte 1933 unter dem Druck der antisemitischen Hetze mit seinen beiden Töchtern Helena Chaja und Irmgard in die Niederlande. Nach der Besetzung der Niederlande durch Nazi-Deutschland 1940 wurde das Ehepaar, das sich in Den Haag eine neue Existenz aufgebaut hatte, nach Auschwitz deportiert. Ein Sterbedatum ist nicht bekannt. Auch das Schicksal der inzwischen drei Kinder des Paares liegt im Dunkeln.

Alle fünf Ratsfraktionen und Linken-Ratsherr Jonny Griese unterstützten den Vorstoß der Verwaltung. Mark Proch (NPD) enthielt sich in der Abstimmung.

SPD-Ratsherr Bernd Delfs nahm das Schicksal der Weißbaums zum Anlass, eine Brücke zu den Flüchtlingen von heute zu schlagen. Die Erinnerung an die Opfer des NS-Staates ermahne uns heute, Menschen, die vor politischer Verfolgung, Krieg und Terror aus ihrem Heimatländern zu uns flüchteten, mit mehr Verständnis zu begegnen.

Wann die beiden neuen „Stolpersteine“ verlegt werden, ist noch offen. Sie werden von dem Kölner Künstler Gunter Demnig ins Straßenpflaster eingelassen, der diese Form der Erinnerungskultur entwickelt hat.

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