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Boostedt : Rantzau-Runde wird in Neumünster fortgesetzt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mit dem Abzug der Bundeswehr aus Boostedt werden die Gespräche nach Neumünster verlegt.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2014 | 17:00 Uhr

Seit 35 Jahren treffen sich Soldaten und zivile Gäste aus der Gemeinde Boostedt in der Rantzau-Kaserne zum Meinungsaustausch über die Bundeswehr. Mit dem Abzug der Bundeswehr aus Boostedt werden die Gespräche nach Neumünster verlegt.

In den Anfängen wurde vom Kasernenkommandanten zum „Dämmerschoppen“ eingeladen. Anfang der 80er- Jahre kamen die Repräsentanten der Umlandgemeinden dazu, es gab zwei bis drei Veranstaltungen im Jahr und der Kreis der Gäste wurde 1984 auf Neumünster und die Patengemeinden erweitert. Der Kreis der Einladenden und Eingeladenen erweiterte sich immer mehr. Seit Herbst 2010 laden der Standortälteste der Rantzau-Kaserne, der Bürgermeister der Gemeinde Boostedt zusammen mit dem Kommandeur des Landeskommandos Schleswig-Holstein, dem Reservistenverband Schleswig-Holstein sowie der Vereinigung Freunde der Bundeswehr und dem ehemaligen Panzerbataillon 184 zur Rantzau-Runde ein.

Mit dem Abzug der Bundeswehr aus Boostedt werden auch die Gesprächskreise in Boostedt ein Ende haben. Eine letztmalige Einladung ist für den 26. Juni vorgesehen. Die Einladenden haben sich darauf geeinigt, dass die Gesprächsrunde in Neumünster fortgesetzt werden soll. Neumünsters Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek hat sich bereits bereit erklärt, die Schirmherrschaft zu übernehmen.

„Angepasst an die neue Situation läuft alles im Prinzip weiter wie bisher“, meinte Generalmajor a. D. Hartmut Schmidt-Petri. „Es sollte nach wie vor ein hohes staatsbürgerliches Interesse an sicherheitspolitischen Themen bestehen“, so der General. Dass dies so ist, zeigte sich bei der Rantzau-Runde vorgestern Abend. Der Standortälteste Oberstleutnant Dirk Bulla begrüßte zum Vortrag von Brigadegeneral a.D. Diplom-Ingenieur Eckhard Lisec 160 Gäste.

Der General, der seine letzte Dienstzeit (2002 bis 2005) als Abteilungsleiter im Nato-Korpsstab in Istanbul leistete, sprach über das Thema: „Die Rolle der kemalistischen Armee und ihrer Entmachtung in den letzten elf Jahren – Anspruch und Wirklichkeit der heutigen Türkei“. Als Gründe für die Entmachtung der türkischen Armee seit 2003 nannte Eckhard Lisec unter anderem den starken Rückhalt der AKP in der Bevölkerung. „Die Armee hat keine Sonderstellung in der Verfassung, die Justiz ist eigenständiger geworden (wenn auch beeinflussbar), die Medien sind auch gegenüber der Armee risikofreudiger, und es gibt eine Unterstützung des Demokratisierungsprozesses durch die Europäische Union. Heute nimmt die türkische Armee den Platz ein, der ihr gebührt“, meinte der General.

Er kam am Ende zu dem Schluss, die Türkei habe sich unter Erdogan, einem Autokraten, der die Bodenhaftung verloren habe, von einer Militärdemokratie zu einer islamisch geprägten autokratischen Zivildemokratie entwickelt.

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