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Stau-Ärger in Neumünster : Rätselhaftes Verkehrschaos am Bahnhof

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stundenlang quälten sich die Autos am Donnerstag um den Konrad-Adenauer-Platz in Neumünster. Die Ursache kann die Polizei nicht sicher benennen.

Neumünster | Busfahrer hupten, Autofahrer schimpften, Fußgänger schlängelten sich zwischen Stoßstangen und Kühlern hindurch, Taxifahrer beobachteten das Ganze kopfschüttelnd: Am Donnerstag ging es für Autofahrer rund um den Bahnhof längst nicht mehr so flott wie an den Tagen davor, und am Abend herrschte sogar der automobile Ausnahmezustand. Am Freitag trafen sich Behördenvertreter zum Ortstermin und zur Ursachenforschung. Die Polizei sprach anschließend von „überdurchschnittlich hohem Verkehrsaufkommen am Donnerstag“, konnte aber die Ursachen nicht sicher benennen. „Man kann Ortskundigen nur empfehlen, den Bahnhof weiträumig zu umfahren. Das Problem liegt in der Masse der Baustellen in der Umgebung“, sagte Janin Stolten von der städtischen Pressestelle.

Ein Problem ist auch, dass zu viele ortsunkundige Autofahrer (und uneinsichtige Einheimische) vom Gänsemarkt aus nicht über Kieler und Johannisstraße aus der Stadt herausfahren, sondern die Ehrenrunde vor dem Bahnhof drehen. Und: Nicht wenige Autofahrer bogen am Donnerstag auf dem Bahnhofsvorplatz nach links zum Parkhaus ab – vermutlich in der Hoffnung, dass sie dort Richtung Kleinflecken kommen. Stattdessen mussten sie fluchend die nächste Ehrenrunde um das Parkhaus drehen und verstärkten erneut den Stau vor dem Bahnhof.

Erschwerend kamen zwei Faktoren obendrauf: Die Busse, die starteten und Vorfahrt haben, sowie Autofahrer, die gegenüber vom Bahnhof frech in zweiter Reihe parkten. Die riefen die Polizei auf den Plan. „Um 17.50 Uhr wurde die Einsatzleitstelle über das Verkehrschaos informiert. Eine Funkstreife war vor Ort. Aber auch nachdem die zweite Reihe aufgelöst wurde, war weiterhin starkes Verkehrsaufkommen. Man kann die Ursachen nur vermuten“, sagte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Viele Autofahrer hätten sich an die Verkehrsführung zur Johannisstraße noch nicht gewöhnt. Möglicherweise seien viele Urlauber zurück, die wie gewohnt fahren wollten, so Hinrichs.

Fazit des Ortstermins am Freitag: Die Ampelschaltung und die Schaltpläne werden noch einmal überprüft, neue Schilder sollen aufgestellt und die Standorte bestehender Schilder nachgebessert werden. „Man muss nur im Auge behalten, dass das nicht zu einem Schilderwald wird“, so Janin Stolten. Der Appell der Polizei: „In den Stoßzeiten sollten Autofahrer besonders umsichtig und die Fußgänger besonders vorsichtig sein. Am besten sollte man den Bahnhof umfahren. Wir werden die Lage im Auge behalten“, betonte Hinrichs. Warum auch immer: Gestern floss der Verkehr wieder deutlich besser.

Standpunkt

von Gabriele Vaquette

Gar keine gute Werbung für die Stadt: Stellen wir uns vor, wir kommen aus XY und  besuchen Neumünster, wollen ein wenig shoppen, bummeln, ein Käffchen trinken. Doch dann der Stau.   Was erzählt man dann zu Hause? Nicht, wie schön die Tour war, sondern: „Ich habe eine halbe Stunde im Stau gesteckt, so ein Frust!“ Ob sich dann der Besucher noch einmal auf den Weg nach Neumünster macht, ist fraglich. Über die Ursachen des Staus kann man rätseln: die Macht der Gewohnheit, Unkundigkeit, einfach mehr Autos, weil langsam die Ferien zu Ende gehen (dann wäre der Stau vielleicht ein Dauerzustand) oder, oder,  oder. Auf jeden Fall muss die Stadt das Problem in den Griff kriegen. Sonst wird Neumünster von der „Stadt an der Schwale“ zur „Stadt im Dauerstau“.

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